Die verkürzten Vorbereitungsspiele der Bundesligisten haben in Sport1.de-Redakteur Wolfgang Kleine den Hedonisten geweckt.

In der Kürze liegt die Würze. Das dachten sich schon die verantwortlichen Funktionäre in manchen Sportarten, um die Zuschauer besser zu unterhalten und die Sportart für das Fernsehen besser zu vermarkten.

Die Biathleten entdeckten das Jagdrennen und den Massenstart, beim Tischtennis wurden die Sätze verkürzt, in der Nordischen Kombination auf die vielen quälenden Sprünge verzichtet.

Im Volleyball kann nicht nur die aufschlagende Mannschaft Punkte machen, in der Leichtathletik wird die Fehlstart-Regel erneuert und bei der Tour de France spart man sich seit Jahren die zu langen Flachetappen.

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Wie gesagt: In der Kürze liegt die Würze.

Warum nicht auch im Fußball?

Gedacht, getan! Beim Turnier um den T-Home Cup auf Schalke trafen sich zu einem im Vorfeld viel diskutierten Blitzturnier die vier Star-Teams FC Bayern München, Hamburger SV, VfB Stuttgart und der FC Schalke 04. Und der so regelverkrusteten "König" Fußball erlebte Bahnbrechendes: Man spielte insgesamt statt der üblichen 90 nur 60 Minuten.

Was war das für ein Genuss. Weniger die spielerischen Darbietungen. Aber, wenn man auf die eingeblendete Uhr schaute, sah man dort die 54. Spielminute. Ach ja: Nicht erst in 36 Minuten, sondern schon in sechs Minuten ist Schluss. Total TV-gerecht.

Kurz und knackig. Und die hoch bezahlten Profis würden auch noch davon profitieren. Das Jammern auf hohem Niveau hätte ein Ende. Sie sind nicht so extrem erschöpft und könnten viel besser eine "Englische Woche" durchstehen.

Wie erzählte doch ein Bekannter. Er habe einst den SSC Neapel mit Ballzauberer Diego Maradona gesehen. Ein Freund fragte daraufhin: "Warum schaust Du Dir das denn an? Der Maradona ist da doch in solch einem Spiel nur 20 Minuten richtig zu sehen." Der Bekannte entgegnete: "Lieber 20 Minuten Maradona als 90 Minuten Waldhof Mannheim."

Wolfgang Kleine hatte als Journalist seine Feuertaufe bei der Fußball-WM 1974 in Deutschland. Danach wurden für ihn zahlreiche Handball-Spiele, die Berichterstattung vom Leichtathletik-Europacup 1979 und die Begleitung der Tour de France 1996 sowie 1997 unvergessliche Erlebnisse. Aber eins bleibt besonders in Erinnerung: Das Wintermärchen der Olympischen Spiele 1994 in Lillehammer.

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