vergrößernverkleinern
Die Mannschaft von RB Leipzig während des Trainings © getty

Die Spieler des neugegründeten Klubs werden in Jena bespuckt, bedroht und müssen von der Polizei in Sicherheit gebracht werden.

Leipzig - Der Start in die Oberliga-Saison mit dem neugegründeten RB Leipzig ist von Krawallen überschattet worden.

Beim ersten Punktspiel des Klubs bei der Reserve von Carl Zeiss Jena (1:1) gab es laut eines Berichts der Leipziger Volkszeitung sogar Handgreiflichkeiten gegen die Leipziger Akteure.

Diese wurden zudem von Chaoten bespuckt und auf das Übelste beschimpft ("Wir erschießen euch").

Das als Auftaktmatch geplante Duell zwischen Erzgebirge Aue II und dem 1. FC Lok Leipzig konnte erst gar nicht stattfinden, weil unbekannte Täter den Rasen im Erzgebirgsstadion mit Chemikalien zerstört hatten.

Mannschaftsbus wird in Sicherheit gebracht

In Jena flüchtete das RB-Team um den früheren Nationalspieler Ingo Hertzsch nach dem Abpfiff der auf einem Nebenplatz ausgetragenen Begegnung ungeduscht in den Mannschaftsbus.

Dieser wurde dann von der Polizei mit Blaulicht in Sicherheit gebracht.

"Wir hatten eine Spielaufsicht vor Ort, warten nach den telefonischen Informationen nun auf den schriftlichen Bericht. Wir werden dann entsprechende Maßnahmen einleiten", sagte Holger Fuchs, Geschäftsführer des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV).

"Man hat uns nicht erst genommen"

"Wir müssen unsere Spieler schützen, haben bei der Sicherheitsberatung dringend darum gebeten, im Stadion zu spielen", sagte RB-Präsident Andreas Sadlo der LVZ: "Man hat uns nicht ernst genommen, hat Ausschreitungen fast schon mutwillig in Kauf genommen."

Die Kritik an der Austragung auf einem Nebenplatz wies Fuchs zurück: "Das Feld ist für die Oberliga abgenommen." Es habe keine Erkenntnisse im Vorfeld gegeben, dass die Jenaer Zweite hätte umziehen müssen.

Schon vor dem Anpfiff in Jena war es zu unschönen Vorkommnissen gekommen. Der Mannschaftsbus der Gäste wurde mit Flaschen beworfen, die Ordnungskräfte mussten eingreifen.

Sitzblockade mit Pfefferspray aufgelöst

Rund 50 Carl-Zeiss-Ultras wollten die Einfahrt des Mannschaftsbusses auf das Stadiongelände mit einer Sitzblockade verhindern.

Die Polizei setzte Pfefferspray ein, um die Blockade aufzulösen.

Ein Ausstiegsszenario von Geldgeber Red Bull würde es trotz der Anfeindungen laut Sadlo nicht geben: "Wir werden uns diesen Gewalttätigen nicht beugen, werden uns wehren, haben keine Angst", so Sadlo.

In Jena seien 50 Personen auf Randale aus gewesen, die aus ihrer Absicht kein Geheimnis gemacht hätten. Er frage sich, warum man solche Personen überhaupt den Zutritt gewähre.

"Stellen uns jeder sachlichen Kritik"

"Uns ist klar, dass einige mit dem Projekt RB Leipzig ein Problem haben, wir stellen uns jeder sachlichen Kritik", so Sadlo: "Das, was in Jena passierte, ist absolut inakzeptabel."

Der mit Ziel Bundesliga gegründete Verein wurde mit Gesängen und Rufen ("Tod und Hass dem RBL") beschimpft und bedroht.

Im nahe Leipzig gelegenen Naunhof gab es einen weiteren Vorfall. Der Mannschaftsbus der zweiten Mannschaft vom RasenBallsport wurde während des dort ausgetragenen Bezirkspokalspiels beschmiert.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel