In seiner Sport1-Kolumne analysiert DSF-Experte und Ex-Meistercoach Udo Lattek die Highlights des aktuellen Bundesliga-Spieltags.

Hallo Fußball-Freunde,

das Spiel des Wochenendes war natürlich das Ruhrpott-Derby meiner beiden Ex-Klubs Dortmund und Schalke.

Ich selber saß auf der Tribüne neben BVB-Präsident Dr. Rauball und der sagte mir beim 0:3 schon, jetzt wäre das Thema durch. In dem Moment fingen die Schalker gerade an, die Dortmunder vorzuführen.

Da musste Kuranyi eigentlich das 4:0 machen. Als dann das sehr schöne Tor zum 1:3 fiel, wurden die Schalker auf einmal nervös. Da war nichts mehr mit Sicherheit, Doppelpässchen und Ballpassagen. Diese Unsicherheit hat sich dann soweit entwickelt, dass sie auch noch Foul gespielt haben und zwei Mann vom Platz geflogen sind.

Wenn die Schalker Pech gehabt hätten, wäre auch noch ein dritter Mann vom Platz gestellt worden, denn normalerweise war die Tätlichkeit von Rafinha gegen Valdez ein ganz klarer Platzverweis.

Das ist eine absolute Dummheit des Spielers und für mich ist Rafinha ein unglaublicher Egomane, der auf die Mannschaft gar keine Rücksicht nimmt.

Insgesamt hatte der Schiedsrichter sicher nicht seinen besten Tag. Totzdem sollte man nicht so viel über ihn reden, sondern über die Leistung der Schalker, die leichtfertig den Sieg aus der Hand gegeben haben.

Entscheidend für die Wende war zudem, dass Jürgen Klopp Alex Frei eingewechselt hat. Der war an allen drei Toren beteiligt. Zudem ging mit seiner Einwechslung ein Ruck durch die Mannschaft, die natürlich zum Schluss mit dem Elfmeter, der keiner war, auch ein bisschen Glück hatte.

Nicht ganz so spektakulär, aber auch hoch spannend war es in Hamburg. Martin Jol macht als HSV-Trainer einen sehr guten Eindruck auf mich.

Wenn er jetzt noch die Null von Huub Stevens in der Defensive einbauen kann, dann haben die Hamburger eine reelle Chance oben mitzuspielen.

Positiv fällt auf, dass Spieler wie Piotr Trochowski jetzt beweisen wollen, dass es auch ohne Rafael van der Vaart geht. Die Aufgaben werden jetzt mehr verteilt und so ist die Mannschaft auch schwerer auszurechnen.

Man muss in Hamburg nur noch eine gesunde Mischung zwischen Defensive und Offensive finden.

Auf der Suche nach der gesunden Mischung ist aber auch noch die Bayern-Offensive. Aber so lange Lukas Podolski zur Stelle ist, wenn Miroslav Klose schwächelt, hat Jürgen Klinsmann alles richtig gemacht.

Nur Poldi tut mir dabei leid. Er ist unheimlich sensibel und braucht viel Zuwendung. Das ist ein Straßenfußballer - den muss man in den Arm nehmen und lieb haben, deswegen haben die Kölner ihn auch so lieb.

Bis nächste Woche,

Euer Udo Lattek

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