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Christian Poulsen wurde 2007 mit dem FC Sevilla UEFA-Cup-Sieger © imago

Der Däne spricht im Sport1.de-Interview über die Situation bei Juventus, Champions-League-Gegner Bayern München und Ex-Klub Schalke.

Von Mathias Frohnapfel

München - Vier Jahre lang hielt Chrsitian Poulsen für Schalke 04 die Knochen hin.

Der defensive Mittelfeldspieler erarbeitete sich zwischen 2002 und 2006 im königsblauen Trikot den Ruf, ein unangenehmer Gegenspieler zu sein, der mit allen Wassern gewaschen ist.

Nach 111 Bundesligaspielen zog er 2006 zum FC Sevilla in die Primera Division weiter. Von dort wechselte der Däne im Vorjahr für knappe zehn Millionen Euro zu Juventus Turin. "Dort fühle ich mich als wichtiges Mitglied der Mannschaft", sagt Poulsen.

Im Sport1.de-Interview spricht der 29-Jährige über die Situation bei Juventus, die Veränderungen bei Turins Champions-League-Gegner Bayern München und die Entwicklungen beim FC Schalke unter Felix Magath.

Sport1.de: Herr Poulsen, Sie spielen Ihre zweite Saison für Juventus. Sind Sie nach Ihrem holprigen Start inzwischen in Turin angekommen?

Christian Poulsen: Ja, ich fühle mich sehr wohl in Turin. Letzten Sommer war ich mir nicht sicher, ob ich bleiben oder den Verein wechseln soll. Aber mittlerweile bin ich sehr zufrieden, dass ich in Turin geblieben bin. Ich habe viele Spiele gemacht und fühle mich als wichtiges Mitglied der Mannschaft.

Sport1.de: Mit Diego oder Felipe Melo sind neue, spielstarke Brasilianer gekommen. Was hat sich durch diese beiden teuren Stars geändert?

Poulsen: Man merkt, dass der Trainer Ciro Ferrara und das Team unbedingt die italienische Meisterschaft gewinnen wollen. Wir sind gut in die Saison gestartet. Man spürt den Druck vom Verein, dass dieses Jahr unbedingt ein Titel her muss. Denn die letzten zwei, drei Jahre sind wir ja immer leer ausgegangen.

Sport1.de: Ist Ihr junger Coach Ciro Ferrara schon in der Lage, Juve zum Titel zu führen?

Poulsen: Ich glaube, dass das Alter nicht besonders viel bedeutet. Der Trainer verfügt vielleicht nicht über die große Erfahrung, aber er hat eine große Persönlichkeit und zeigt viel Ehrgeiz. Er will unbedingt etwas gewinnen, das spürt jeder Spieler.

Sport1.de: Wird Inter Mailand in dieser Saison wieder der härteste Konkurrent im Titelrennen?

Poulsen: Ja, das denke ich schon. Sie haben die Meisterschaft die letzten drei, vier Jahre dominiert. Inter ist die Mannschaft, die man schlagen will.

Sport1.de: Sie haben mit Juventus gerade in der Champions League bei Bayern München 0:0 gespielt. Haben sich die Bayern in Ihrer Wahrnehmung seit Ihrer Schalker Zeit von der Spielweise her verändert?

Poulsen: Als ich für Schalke gespielt habe, waren Michael Ballack und Stefan Effenberg die spielbestimmenden Personen. Der kopfballstarke Ballack wurde häufig mit hohen Bällen gesucht. Heute verfügen die Münchner über Franck Ribery und Arjen Robben, zwei der besten Flügelspieler der Welt. Der Spielaufbau verläuft anders, da das Team aus ganz anderen Spielertypen besteht.

Sport1.de: Stichwort Schalke: Halten Sie noch Kontakt zu Ihren ehemaligen Mitspielern?

Poulsen: Natürlich spreche ich viel mit meinem Landsmann Ebbe Sand. Vor einiger Zeit habe ich mich auch immer wieder mit Andi Müller und Rudi Assauer unterhalten. Und nach dem Spiel in München habe ich mit Hamit Altintop ein paar Worte gewechselt, mit dem ich ja noch auf Schalke gespielt habe.

Sport1.de: Was trauen sie Schalke in der Bundesliga zu?

Poulsen: Es ist sehr spannend, jetzt da Magath Trainer ist. Von außen her sieht es nicht so aus, als könnte Schalke um den Titel mitspielen, da der Verein nicht viele neue Spieler gekauft hat. Magath hat ein Wunder in Wolfsburg vollbracht, deshalb wäre es schön, wenn er auch auf Schalke erfolgreich ist. Ich hoffe für Schalke, dass der Klub endlich die Meisterschaft gewinnt. Das letzte Mal ist einfach schon zu lange her.

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