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Die Bundesliga - hier beim Spiel Stuttgart gegen Bremen - trauert um Rolf Rüssmann © getty

Rolf Rüssmann wird vor rund 500 Trauergästen in Gelsenkirchen beigesetzt. Die Bundesliga-Elite erweist ihm die letzte Ehre.

Gelsenkirchen - Klaus Fischer hatte Tränen in den Augen, als er mit einer Schalke-Fahne in der Hand den Trauerzug hinter dem Sarg von Rolf Rüssmann anführte.

Rund 500 Trauergäste, darunter zahlreiche Fußballgrößen, nahmen am Freitag Abschied vom früheren deutschen Nationalspieler. Rüssmann, der am 2. Oktober nach langer schwerer Krankheit im Alter von 58 Jahren verstorben war, wurde auf dem Altstadtfriedhof in Gelsenkirchen beigesetzt.

Nahezu die gesamte Bundesliga-Elite erwies dem früheren Verteidiger die letzte Ehre.

Bundesliga-Elite vor Ort

Ligaverbands-Präsident Reinhard Rauball war gekommen, aus Bayern waren der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge und Paul Breitner angereist, auch HSV-Präsident Bernd Hoffmann, Kölns Manager Michael Meier, Dortmund Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke oder auch Ex-Manager Reiner Calmund waren vor Ort.

Nicht zu vergessen Rüssmanns ehemalige Mitspieler wie Klaus Fischer, die Kremers-Zwillinge Erwin und Helmut oder Klaus Fichtel, Rüdiger Abramczik und Bernard Dietz.

Fischer trauert um engen Freund

"Rolli war für mich viel mehr als nur ein Mitspieler, unsere Familien sind sehr eng befreundet, ich war Taufpate seiner jüngeren Tochter Laura. Er war es damals, der sich um mich gekümmert hat, als ich aus Bayern nach Schalke kam", sagte Fischer, einer von Rüssmanns engsten Freunden.

Erwin Kremers ergänzte: "Wir wussten lange von seiner schweren Krankheit, dennoch will man es ja nie wahrhaben, wenn ein guter Freund dann wirklich von einem geht."

Benefizspiel nach Grubenunglück

"Man hat erst etwas hinterlassen, wenn Menschen mit einem Lächeln an einen zurückdenken", sagte der ehemalige "Bild"-Sportchef Alfred Draxler in seiner Trauerrede und erinnerte an die Hilfsbereitschaft Rüssmanns.

1986 hatte er etwa nach einem Grubenunglück in Gelsenkirchen, bei dem neun Menschen starben, innerhalb kürzester Zeit ein Benefizspiel zu Gunsten der Hinterbliebenen organisiert.

20 Einsätze in der Nationalmannschaft

Aber auch als Fußballer bleibt Rüssmann den Menschen in Erinnerung. Der Vorstopper bestritt in seiner Karriere 20 Einsätze in der Nationalmannschaft und war auch 1978 bei der WM in Argentinien dabei.

In der Bundesliga brachte es der in Schwelm geborene Familienvater auf 453 Spiele für Schalke und den BVB. Mit Schalke wurde Rüssmann 1972 deutscher Pokalsieger und Vizemeister.

Nach der aktiven Laufbahn war Rüssmann als Manager tätig. 1987 erst für wenige Monate bei Schalke 04, dann von 1990 bis 1998 bei Borussia Mönchengladbach und ab Februar 2001 bis Dezember 2002 beim VfB Stuttgart. Rüssmann hinterließ Frau Eva und die Töchter Nina und Laura.

Bundesliga-Skandal bleibt hängen

Im Lebenslauf von Rüssmann bleibt aber auch der Bundesliga-Skandal hängen.

Dafür wurde er vom Landgericht Essen rechtskräftig verurteilt, ab März 1973 vom DFB gesperrt und mit einer Geldstrafe belegt, weil er für die 0:1-Niederlage gegen Arminia Bielefeld am 17. April 1971 2300 Mark angenommen hatte.

"Das war das mieseste Geschäft meines Lebens", sagte er nachher. Nach einem Abstecher ins Ausland zum FC Brügge kehrte er nach der Begnadigung im Januar 1974 nach Schalke zurück, wo er 1977 noch einmal Vizemeister wurde und bis November 1980 spielte.

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