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Der letzte Erfolg des FC Magdeburg war der Sieg im DFB-Pokal 2000/01gegen Bayern München © getty

In der DDR-Oberliga gehörten sie zu den Topklubs, im Profifußball verschwand ein Großteil der Vereine im Amateurbereich.

Leipzig - Kurze Zwischenhochs und lange Abstürze, Insolvenzen und Skandale:

20 Jahre nach dem Mauerfall bleiben die besten Fußball-Adressen der ehemaligen DDR weitgehend in der Versenkung verschwunden.

Der einzige DDR-Europapokalsieger 1. FC Magdeburg (1974) kämpft um den Drittliga-Aufstieg, dort sind die Renommiervereine Dynamo Dresden und Carl Zeiss Jena trotz großer Ambitionen nur Abstiegs-Kandidaten.

Der Serienmeister der 80er Jahre, der BFC Dynamo, kickt fünftklassig. Und mit Union Berlin ist ausgerechnet ein Zweitliga-Klub das aktuelle Ost-Aushängeschild, der 1989 aus der DDR-Oberliga abgestiegen war.

"2+6-Regel leistungsgerecht"

"Wir haben die damals beschlossene 2+6-Regel als Bestrafung für den Fußball-Osten angesehen. Im Nachhinein betrachtet war sie leistungsgerecht", sagt Eduard Geyer, der 1989 und 1990 Dynamo Dresden zum DDR-Meistertitel führte und zugleich als Auswahltrainer das DDR-Team "abwickelte" (letztes Match am 12. September 1990 in Brüssel durch zwei Tore von Matthias Sammer 2:0 gegen Belgien gewonnen).

VfB Leipzig eine Saison erstklassig

Mit Hilfe der 2+6-Regel wurden die DDR-Topvereine 1991 in die Bundesligen integriert. Zwei (Dynamo Dresden und der letzte DDR-Meister Hansa Rostock) in die Bundesliga, sechs (Rot-Weiß Erfurt, Hallescher FC, Chemnitzer FC, Carl Zeiss Jena, 1. FC Lok Leipzig und Stahl Brandenburg) wurden zweitklassig.

Wenigstens die Leipziger nutzten das zu einem kurzen Zwischenhoch, spielten als VfB Leipzig 1993/94 eine Saison erstklassig und wurden 2004 nach der zweiten Insolvenz aufgelöst.

Zwickaus Absturz

Der damals neu gegründete 1. FC Lok hat es inzwischen immerhin bereits wieder in Liga 5 geschafft, wo er wie in früheren Oberliga-Zeiten auf Ortsrivalen FC Sachsen (als Chemie Leipzig 1951 und 1964 DDR-Meister und auch schon zweimal insolvent) und FSV Zwickau trifft.

Die Zwickauer standen 1995/96 knapp vor dem Bundesliga-Aufstieg, wurden Zweitliga-Fünfter und stürzten danach ab.

Stahl Brandenburg in der Verbandsliga

Chemnitz und Halle berappelten sich in der jüngsten Vergangenheit wenigstens wieder zu vorzeigbaren Viertligisten.

Dagegen verschwand das in den letzten DDR-Jahren mit Hilfe des späteren 21-maligen deutschen Nationalspielers Steffen Freund und des Torjägers Roy Präger (für Wolfsburg und den HSV 173-mal in der Bundesliga) zur Topmannschaft aufgestiegene Stahl Brandenburg in der Verbandsliga.

Ehemalige Oberligisten jetzt sechstklassig

Dort tummeln sich in der Sechstklassigkeit im Frankfurter FC Viktoria (ehemals Armeesportklub Vorwärts Frankfurt/Oder) und Brieske-Senftenberg weitere ehemalige DDR-Oberligisten.

Aktueller Tabellenführer ist dort der Eisenhüttenstädter FC Stahl. Der hatte seinen größten Auftritt im Jahr der Wiedervereinigung.

Als damals unterlegener DDR-Pokalfinalist (0:1 gegen Rostock) durfte "Hütte" als Drittligist (in der Zweitliga-Relegation an Lok Leipzig gescheitert) im Europacup gegen Galatasaray Istanbul spielen (1:2 und 0:3).

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