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Michel Platini ist seit 2007 Präsident des Europäischen Fußball Verbands (UEFA) © getty

Die Fußballwelt reagiert entrüstet auf den neuen Wettskandal. Der UEFA-Präsident geißelt Profitgier, Osnabrück ist sprachlos.

München - Der neue Wettskandal im europäischen Fußball schlägt hohe Wellen.

32 Spiele in Deutschland stehen unter Manipulationsverdacht, insgesamt stehen über 200 Partien auf der Liste der Bochumer Staatsanwaltschaft, darunter auch welche aus Champions- und Europa League.

Knapp fünf Jahre nach dem Skandal um die von Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer verschobenen Partien geht es also wieder um Bestechungsgelder, Hintermänner und manipulierte Quoten. Die Drahtzieher sollen teilweise sogar die gleichen sein wie im Fall Hoyzer.

Sport1.de hat die Reaktionen zu den neuen Enthüllungen zusammengefasst:

Michel Platini (UEFA-Präsident): "Es ist einfach nicht hinnehmbar, dass manche Vereine, die nicht darauf hoffen können, ganz oben mitzuspielen, versuchen, aus ihrer Teilnahme an den europäischen Wettbewerben mittels illegaler Wetten und Spielabsprachen Profit zu schlagen."

Peter Limacher (Leiter der Disziplinarabteilung bei der UEFA): "Das ist zweifellos der größte Betrugsskandal, den es im europäischen Fußball jemals gegeben hat. Wir sind zutiefst betroffen vom Ausmaß der Spielmanipulationen durch internationale Banden. Wir müssen jetzt alles dafür tun, dass die verwickelten Schiedsrichter Spieler, Sportler und Funktionäre der Sportjustiz zugeführt werden. Wir müssen erst die Täter ermitteln, dann können wir sagen, welche Konsequenzen es gibt."

Gianni Infantino (UEFA-Generalsekretär): "Die UEFA fordert die härtesten Sanktionen von den zuständigen Gerichten für Einzelpersonen, Klubs oder Offizielle, die beteiligt sind."

Dr. Theo Zwanziger (DFB-Präsident): "Wir sind froh, dass die staatlichen Behörden mit hoher Kompetenz und der gebotenen Ernsthaftigkeit allen Verdachtsmomenten nachgehen. Da es sich um strafrechtlich relevante Taten handeln könnte, ist die Staatsanwaltschaft Bochum Herr des Verfahrens. Wir sind ihr sehr dankbar für ihre engagierte Arbeit und sie genießt unser volles Vertrauen."

Dr. Reinhard Rauball (DFL-Präsident): "Auch wenn der deutsche Profi-Fußball nur partiell betroffen ist, werden Ligaverband und DFL die Aufklärungsarbeit vollumfänglich unterstützen. Wir sind dem Fan schuldig, dass wir alles in unserer Macht stehende tun, um einen sauberen Wettbewerb zu gewährleisten. Zunächst gilt aber auch hier die Unschuldsvermutung. Aber klar ist: Wir können nicht dulden, dass auch nur ein einziges Spiel manipuliert ist."

Stellungnahme FC Augsburg: "Der FCA ist tief betroffen über die geschilderten Fakten dieser Ermittlungen, doch es verbietet sich zum jetzigen Zeitpunkt, sich an Spekulationen zu beteiligen, da dem Verein bisher keine verwertbaren Erkenntnisse bekannt sind. Weder offizielle Behörden, die Staatsanwaltschaft, noch die Deutsche Fußball-Liga (DFL) oder der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sind bisher auf den FC Augsburg mit Informationen oder Ermittlungen zugekommen. Der FC Augsburg wird selbstverständlich alles in seiner Macht Stehende für eine lückenlose Aufklärung tun."

Lothar Gans (Sportdirektor VfL Osnabrück): "Ich halte die Situation für so traurig, dass man sie gar nicht in Worte fassen kann. Zu den Verdächtigungen rund um den VfL will ich mich nicht äußern. Wir werden das intern besprechen."

Dirk Rasch (Präsident VfL Osnabrück, zur "Neuen Osnabrücker Zeitung"): "Wenn das stimmt, wäre das eine Katastrophe - das könnte dann ein Grund für den Abstieg gewesen sein."

Martin Haltermann (Pressesprecher 1. FC Nürnberg): "Wir haben keinerlei Hinweise auf eine Manipulation (der Partie gegen den VfL Osnabrück, Anm. d. Red.). Es war damals nicht ansatzweise irgendetwas zu bemerken, nichts, das unnormal gewesen wäre"

Thomas de Maiziere (Bundesinnenminister): "Das ist ganz schlecht für den Sport. Jetzt ist es Aufgabe des Sports und der ermittelnden Behörden, weitere Schritte einzuleiten."

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