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Felix Magath hat bei Schalke bis 2013 einen Vertrag als Trainer und Manager. © getty

Der neu Wettskandal beschäftigt auch die Bundesliga. Sport1.de hat die Stimmen von Trainern und Verantwortlichen zusammengefasst.

München - Der wahrscheinlich größte Wettskandal in der Geschichte des professionellen Fußballs erschüttert auch die Bundesliga.

Obwohl noch nicht endgültig geklärt ist, ob auch deutsche Ligen betroffen sind, melden sich Trainer und Vorstände besorgt zu Wort.

Nürnbergs Sportdirektor Martin Bader spricht von einer "Katastrophe" und Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick sieht das Image des Fußballs gefährdet.

Sport1.de hat aktuelle Stimmen und Meinungen zum Wettskandal zusammengefasst:

Felix Magath (Trainer und Manager bei Schalke 04):

"Man muss sehen, was bei den Ermittlungen rauskommt, ob auch tatsächlich manipuliert wurde - und wenn, dann müssen natürlich harte Strafen her, das ist gar keine Frage.

Aber die erste Liga ist nicht betroffen. Das zeigt, dass das Niveau in der höchsten Liga, auch was Schiedsrichter angeht, so hoch ist, dass man da nur schwer was machen kann."

Uli Hoeneß (Manager FC Bayern): "Das muss brutal geahndet werden. Alle Beteiligten, von Schiedsrichtern bis zu denjenigen, die die Drahtzieher sind - das sind die schlimmsten - oder auch Spieler, die sich bezahlen lassen:

Die müssen alle ins Gefängnis miteinander und dann ist da Ruhe. Ich glaube nicht, dass das etwas mit dem Profifußball im Allgemeinen zu tun hat. Der Mensch ist schwach, und wenn einer ein Freundschaftsspiel Ulm gegen Istanbul wettet, dann muss ich sagen, der hat sie nicht mehr alle."

Klaus Allofs (Geschäftsführer Werder Bremen):

"Ich glaube, dass man insgesamt diese Form der versuchten Manipulation nie ganz ausschließen kann - das haben wir in anderen Lebensbereichen auch. Es wird im Fußball, wo es um sehr viel Geld geht, auch immer wieder die Versuchung geben, dem Glück etwas nachzuhelfen.

Das Wichtigste aber ist jetzt, nicht zu spekulieren und Anschuldigungen anzustellen, sondern abzuwarten, wer wirklich beteiligt ist und welche Ausmaße es wirklich am Ende hat."

Martin Bader (Sportdirektor des 1. FC Nürnberg):

"Wenn sich die Vorwürfe erhärten, ist das für den gesamten Fußball eine Katastrophe. Das macht den Sport kaputt.

Der Glaube muss aufrechterhalten werden, dass es auf dem Platz ehrlich zugeht und dass die Ergebnisse ehrlich erzielt werden, denn ansonsten versinkt dieser Sport irgendwann in der Bedeutungslosigkeit."

Bernd Schuster (Ex-Trainer Real Madrid ):

"Das Schlimmste sind die Zweifel, die jetzt aufkommen, gegenüber Schiedsrichtern und Spielern. Ich hoffe, und das ist jetzt angesagt, das jetzt richtig aufgeklärt wird.

Ich denke, dass man jetzt Zeichen setzen muss und hart durchgreift - man muss die beteiligten Leute aus dem Verkehr ziehen."

Ralf Rangnick (Trainer 1899 Hoffenheim):

"Das ist nicht gut für das Image des deutschen Fußballs. Es sollte uns aber auch nicht zu sehr überraschen. Der Sport ist ein Spiegelbild der Gesellschaft. Überall, wo Geld im Spiel ist, existieren solche Sachen. Da helfen nur drastische Maßnahmen."

Heribert Bruchhagen (Vorstandsvorsitzender Eintracht Frankfurt):

"Ich war natürlich sehr erschrocken, als ich von dem erneuten Wettskandal gehört habe und ich befürchte, dass an der Sache etwas dran ist. Ich bin natürlich erleichtert - und das war mir auch klar - dass die 1. Liga davon nicht betroffen sein wird und auch nicht betroffen sein kann.

Verfehlungen von einzelnen Menschen gehören zu unserer Gesellschaft, aber dass unsere Bundesliga-Schiedsrichter auch nur im Ansatz manipulierbar oder sonst etwas wären, das schließe ich komplett aus und da irre ich mich auch nicht."

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