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Mario Basler ist seit September 2008 Trainer von Eintracht Trier © getty

Triers Coach greift den DFB-Präsidenten an, da dieser einen Brief bei einer Pressekonferenz zum Wettskandal publik gemacht hat.

Trier - Mario Basler fiel aus allen Wolken und ist verstimmt über DFB-Präsident Theo Zwanziger.

"Vielleicht hat er zuviel Kaffee getrunken", sagte der ehemalige Nationalspieler dem "Kölner Express".

"Ich werde jetzt genau prüfen, was er gesagt hat, ich lasse das in jedem Fall nicht so stehen."

Zwanziger hatte auf einer Pressekonferenz am Montag in Frankfurt/Main den Inhalt eines vertraulichen und persönlichen Briefes des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) an ihn, Trainer des Regionalligisten Eintracht Trier, publik gemacht.

Darin hatte der DFB-Kontrollausschuss Basler auf die laut Rechts- und Verfahrensordnung bestehenden Wettverbote hingewiesen.

"Daran ist nichts verwerflich"

Basler, der seit geraumer Zeit Werbeträger eines privaten Wettanbieters ist, bestätigte dem "Express" den Eingang des Briefes vom 24. September 2009.

"Ich habe vor zwei Monaten einen Brief vom DFB erhalten, in dem mir mitgeteilt wurde, dass der DFB über meinen Werbevertrag informiert sei", erkärte Basler.

"Das sei auch alles in Ordnung. Da habe ich mich schon gewundert, warum sie mir überhaupt einen Brief schreiben. Ich habe ihn in den Papierkorb geworfen."

Und weiter: "Wenn ich auf die Frage, ob ich auf mein eigenes Team wetten würde, mit ja antworte, dann ist da doch gar nichts verwerflich dran. Anders wäre es, wenn ich gegen mein Team wetten würde."

Basler lebt Wettverbot vor

"Meine Aussage vor dem Pokalspiel gegen den 1. FC Köln war ohne jeden Hintergedanken. Ich lebe meinen Spielern das Wettverbot vor, auf das ich persönlich aufmerksam gemacht habe", sagte der 40-Jährige am Dienstag.

Der DFB hatte als Reaktion auf den Wett- und Manipulationsskandal um den ehemaligen Schiedsrichter Robert Hoyzer auf dem Außerordentlichen Bundestag im April 2005 unter anderem eingeführt, dass Spieler, Trainer und bestimmte Funktionäre keine Wetten auf Partien des Wettbewerbs abschließen dürfen, an denen die eigene Mannschaft teilnimmt.

Dieses Verbot gilt unter anderem für die drei Profiligen und den DFB-Pokal.

Wütende Trier-Fans

Vonseiten der Fans von Eintracht Trier gab es ebenfalls wütende Reaktionen.

In einem offenen Brief an den DFB heißt es zum Beispiel: Zwanziger habe Basler "in ehrverletzender und diffamierender Weise namentlich im Zusammenhang mit dem derzeitigen Vorgehen des DFB beim aktuellen Wettskandal genannt".

Diese Nennung sei nicht nur falsch, sie sei zudem für den Verein und den Trainer rufschädigend, "da leichtfertig der Eindruck erweckt wird, Mario Basler stehe in einem direkten Zusammenhang mit den kriminellen Machenschaften rund um den Wettskandal".

Zwanziger wurde zu einer öffentlichen Entschuldigung aufgefordert.

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