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Weltmeister 1974: (v.l.) Die Bayern-Achse Uli Hoeneß, Sepp Maier und Paul Breitner © imago

Im Sport1.de-Interview verrät Uli Hoeneß' alter Weggefährte Sepp Maier, warum der Bayern-Manager nicht wirklich kürzertritt.

Von Christian Paschwitz

München - Sie kennen sich mehr als ihr halbes Leben lang, haben als Spieler mit dem FC Bayern unter anderem zig Meisterschaften und den Europapokal der Landesmeister gewonnen, sind 1974 Weltmeister geworden.

Und auch der Spaß kam nie zu kurz, "Gaudi war ja bei uns Tagesgeschäft", sagt Sepp Maier (65) im Interview mit Sport1.de über Uli Hoeneß (57).

Jenen Uli Hoeneß, der bei der Hauptversammlung nun abtritt nach 30 Jahren als Manager des FC Bayern 178494und Franz Beckenbauer als Präsident beerbt.

Der die Münchner zu einem Weltklub machte, dabei als junger Klub-Lenker plötzlich zum Vorgesetzten für frühere Spieler-Weggefährten wurde. "Wir haben damals schon unter uns Vereinskameraden gesagt: Du wirst mal Manager. Er hat nämlich damals schon die Eigenschaft gehabt, alles zu regeln", sagt Maier.

Dankbar - selbst fürs Karriere-Ende

Dass Hoeneß nun wirklich kürzer tritt, glaubt der frühere Weltklasse-Keeper allerdings nicht. Bei Sport1.de verrät Maier zudem, warum er Hoeneß dankbar dafür ist, dass der ihn bat, die Karriere zu beenden.

Sport1.de: Grüß Gott, Herr Maier, hat Ihr alter Freund Uli Hoeneß Sie eigentlich schon angerufen, weil er von Ihnen ein bisschen beruhigt werden möchte?

Sepp Maier: Wieso sollte mich der Uli denn anrufen?

Sport1.de: Na ja, wenn man nach 30 Jahren als Manager abtritt und auch ein bisschen nah am Wasser gebaut ist...

Maier: Aber der Uli ist ja noch dabei, der tritt doch nicht richtig ab. Und eine so ganz neue Aufgabe ist es für ihn ja auch nicht, denn er kennt den Verein in- und auswendig. Der Posten ist halt ein anderer, aber die Aufgaben werden wahrscheinlich dieselben bleiben.

Sport1.de: Wie jetzt?

Maier: Vielleicht nicht mehr so intensiv wie bisher, das Tagesgeschäft wird sicherlich weniger. Der Uli ist aber schon noch dabei. Und ich glaube nicht, dass da bei der Mitgliederversammlung Tränen fließen.

Sport1.de: Und Sie? Sehen Sie es denn mit einem weinenden Auge, dass Uli Hoeneß als Manager geht? 81256(DIASHOW: Uli Hoeneß - seine besten Sprüche)

Maier: Der Uli will es halt auch ein bisschen ruhiger haben. Aber wer den Uli kennt, der weiß, dass er trotzdem die nächsten Jahre mit Herz und Seele dabei ist. Der Uli wird schon noch mitmischen und einiges mitreden, der tritt sicherlich nicht ins hintere Glied zurück.

Sport1.de: Als Uli Hoeneß damals Manager wurde: Wie war das, als Sie plötzlich nicht mehr Teamkollegen auf Augenhöhe waren, sondern er Ihr Vorgesetzter?

Maier: Für mich waren das 1979 ja nur noch vier Wochen, wo ich ihn als Vorgesetzten hatte. Und wir haben so lange zusammengespielt vorher, das Vertrauensverhältnis war immer groß. Und ich hatte als Torwarttrainer auch nie einen Vertrag mit Bayern. Das wurde einfach immer mit dem Uli mündlich besprochen und hielt dann 20 Jahre lang. Ich hatte nie etwas Schriftliches, nicht mal einen Handschlag. So etwas gibt es heute nicht mehr.

Sport1.de: Kaum zu glauben...

Maier: Er hat nur gefragt: Sepp, was stellst du dir vor? Dann habe ich ihm gesagt, was ich möchte, und er gab es dann weiter an den Karl Hopfner (Finanzvorstand, Anm. d.Red.). Das hat dann gepasst. Und in bestimmten Situationen kam Uli auf mich zu und hat nachgefragt: Du Sepp, was für eine Prämie hattest du da noch mal ausgehandelt? Dann hab ich ihm geantwortet und er meinte: Ach, weißt du was, machen wir das Doppelte, du hast Super-Arbeit gemacht.

JETZT WEITERLESEN - hier geht es zu Teil II - Sepp Maier über Hoeneß' Nachfolger und gemeinsames Golfen...

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