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Teresa Enke trat am Tag nach dem Freitod ihres Mannes vor die Presse © getty

Teresa Enke dankt im Stadionmagazin von Hannover 96 für die Anteilnahme am Tod ihres Mannes: "Eigentlich fehlen mir die Worte".

Hannover - Nach dem Selbstmord von Nationaltorhüter Robert Enke hat sich dessen Ehefrau Teresa für die öffentliche Anteilnahme bedankt.

"In den schweren Stunden des Abschieds durfte ich noch einmal erfahren, wie viel ehrende Zuneigung, Achtung und Respekt Robert entgegengebracht wurde", schreibt die 33-Jährige im Stadionheft von Hannover 96 zum Heimspiel gegen Bayern München am kommenden Sonntag (ab 17 Uhr LIVE).

"Eigentlich fehlen mir die Worte für die unglaubliche Anteilnahme am Tod meines Mannes. Ich habe mir in den letzten Tagen oft gewünscht, er wäre sich der Außmaße Eurer Wertschätzung seines Lebens bewusst gewesen. Vielleicht hätte ihn das Wissen darum sogar zu dem öffentlichen Schritt in eine Klinik bewegen können", heißt es in weiter.

Riesige Anteilnahme bei Trauerfeier

Robert Enke beging am 10. November aufgrund von Depressionen Selbstmord. Eine stationäre Behandlung seiner Krankheit hatte der Torhüter aus Angst vor der öffentlichen Reaktion gescheut.

Auf seinen Tod war bundesweit mit großem Entsetzen reagiert worden. In Hannovers Stadion hatte am 15. November eine der größten Trauerfeiern in der Geschichte der Bundesrepublik stattgefunden. 174538(Bilder der Trauerfeier)

Neben rund 35.000 Fans verabschiedeten sich damals DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, die deutsche Nationalmannschaft um Kapitän Michael Ballack und Bundestrainer Joachim Löw sowie weitere hochrangige Vertreter aus Bundesliga und Politik von Enke.

"Privater Abschied war sehr wichtig"

"Allen, die durch ihr Engagement dazu beigetragen haben, dass die letzten Tage so geordnet ablaufen konnten, möchte ich meinen herzlichsten Dank ausdrücken", erklärte Teresa Enke:

"Die Entscheidung für eine öffentliche Trauerfeier und die damit einhergehende Respektierung der Beisetzung im Kreis der Familie und engsten Freunde hat uns den privaten Teil des Abschieds, der Roberts Familie und mir sehr wichtig war, erst ermöglicht."

Bergmann: Wir werden Robert nicht vergessen

Hannover 96 wird in Gedenken an den verstorbenen Keeper bis zum Saisonende mit Sondertrikots auflaufen und die Rückennummer des Schlussmanns als kleine, schwarzumrundete "1" im Brustbereich auf den Hemden tragen.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) gab inzwischen auch grünes Licht für einen Verkauf der Trikots an die Fans. Die Erlöse sollen an die zu gründende Robert-Enke-Stiftung fließen.

"Der Prozess der Trauer ist noch nicht abgeschlossen. Aber wir sind auf einem guten Weg. Das heißt aber nicht, dass wir Robert vergessen werden", sagte 96-Trainer Andreas Bergmann, der mit seiner Mannschaft bereits bei der 0:2-Niederlage bei Schalke 04 am vergangenen Samstag den Weg zurück in den Alltag gesucht hatte.

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