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Claus-Dieter Wollitz (l.) war von 2004 bis 2009 Trainer des VfL Osnabrück © imago

Nach dem Teilgeständnis von Ex-VfL Profi Schuon im Wettskandal ist die Entrüstung groß. Ein Ex-Verler hat Angst vor der Mafia.

München - Der Manager unter Schock, der ehemalige Trainer völlig fassungslos:

Das Teilgeständnis von Marcel Schuon im Wettskandal löste insbesondere bei dessen im Sommer wohl auch wegen Manipulationen aus der Zweiten Liga abgestiegenen Ex-Klub VfL Osnabrück Entsetzen aus.

"Durch den Abstieg haben wir fünf Millionen Euro weniger Etat, mussten deshalb Mitarbeiter entlassen", berichtete VfL-Manager Lothar Gans über die massiven Auswirkungen des Abstiegs in die Dritte Liga.

Schuon von Sandhausen entlassen

Schuon, dem am Montag wegen seiner Verwicklung in den Skandal vom Drittligisten SV Sandhausen gekündigt worden war, spielte bis zum Ende der letzten Saison beim VfL und hatte in einer Aussage bei der Staatsanwaltschaft Bochum eingeräumt, gegen den Erlass früherer Wettschulden eine Manipulationsabsprache getroffen zu haben.

Jedoch sei es letztlich nicht zu einer Manipulation gekommen.

Dennoch sind weiterhin zwei Spiele des niedersächsischen Zweitliga-Absteigers Gegenstand der staatsanwaltlichen Ermittlungen. Angeblich wurden die Auswärtsspiele beim FC Augsburg (0:3) am 17. April 2009 und beim 1. FC Nürnberg (0:2) am 13. Mai manipuliert. Schuon hatte in Augsburg 90 Minuten durchgespielt, in Nürnberg wurde er in der 75. Minute eingewechselt.

Wollitz: "Das zieht mir die Füße weg"

Osnabrücks letztjähriger Trainer Claus-Dieter Wollitz reagierte wütend auf das Teilgeständnis seines früheren Spielers Schuon.

"Das reißt mir glatt die Füße weg. Wenn wir dringeblieben wären, hätte ich mit dem VfL noch viel erreichen können. Es tut so weh, all diese schrecklichen Dinge zu hören", sagte Wollitz der "Hamburger Morgenpost".

In den Fängen der Mafia?

Im Rückblick auf die zum Ende der vergangenen Saison angeblich vom Manipulationsskandal betroffenen Spiele sieht Wollitz sogar Anhaltspunkte dafür, dass Schuon in die Fänge der Wettmafia geraten war.

"Wahnsinn, jetzt habe ich diese Spiele alle noch mal vor Augen. Ich glaube, dass Schuon in Augsburg sogar ein Mal auf das eigene Tor schoss. Der hatte den Kopf nicht frei - in einem so wichtigen Spiel. Allein das ist doch schon ausreichend. Es gibt nichts Schlimmeres", sagte Wollitz.

Schuons Anwalt hat inzwischen erklärt, sein Mandant habe in seiner Aussage auch den Auftraggeber genannt. Bereits nach dem Spiel in Augsburg habe Schuon versucht, seinem Auftraggeber klarzumachen, dass er nicht manipulieren "könne und wolle". Als Mittelfeldspieler alleine könne er ohnehin nichts ausrichten.

Daraufhin habe der Wettpate den Druck auf Schuon mit folgenden Worten erhöht: "Glaub' bloß nicht, dass wir das Geld nicht kriegen."

Angst vor Racheakten

Angst vor Racheakten der wettmafia hat derweil der im Zuge des Manipulationsskandals beim -Regionalligisten SC Verl suspendierte Kapitän Patrick Neumann.

Er ist deshalb bei seiner Freundin ausgezogen und hält sich derzeit an einem unbekannten Ort versteckt. Das bestätigte Neumanns Anwalt Lutz Klose dem "Kölner Stadtanzeiger".

"Patrick geriet in Furcht und Panik. Er kann die Kontaktmänner identifizieren", sagte Klose: "Diesmal wurde nicht nur mit List und Schmiergeld, sondern auch mit Einschüchterung und Gewalt agiert."

Neumann "massiv unter Druck gesetzt"

Die mutmaßlichen Wettpaten hatten Neumann nach Angaben von Klose vor dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach II im Mai für eine Niederlage "zwischen 5.000 und 10.000 Euro" versprochen.

"Er hat das nicht sofort abgelehnt. Deshalb konnten die Betrüger ihn anschließend massiv unter Druck setzen und eine Drohkulisse aufbauen", sagte der Rechtsanwalt.

Schlägertypen beim Training

Das Spiel gegen die Gladbacher Amateure gewannen die Verler jedoch entgegen der Absprache 4:3. Nach dem Spiel erhöhten die vermeintlichen Wettbetrüger laut Klose den Druck auf Neumann:

"Es hieß dann: Wir haben großen Schaden, und du musst das wieder gutmachen."

Anschließend seien beim Training der Verler "zwei Schlägertypen" erschienen, um ihrem Ansinnen Nachdruck zu verleihen.

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