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Sascha Kirschstein absolvierte bereits 23 Spiele für den Hamburger SV © getty

Der Torhüter von Rot Weiss Ahlen beteuert gegenüber der Staatsanwaltschaft seine Unschuld. Sein Verein steht hinter ihm.

Frankfurt/Main - DFB-Schiedsrichter Thorben Siewer bleibt im Zuge des Wettskandals weiter gesperrt, derweil hat Torwart Sascha Kirschstein von Rot Weiss Ahlen mit einer Aussage bei der Staatsanwaltschaft etwaige Manipulationsvorwürfe nach Angaben seines Anwalts entkräftet.

"Herr Kirschstein ist von der Staatsanwaltschaft Bochum angehört worden. Er hat sich dort vorbehaltlos geäußert und will zur Aufklärung beitragen, tut dies allerdings nicht öffentlich", sagte Kirschsteins Anwalt Horst Kletke.

Nach Angaben des Nachrichtenmagazins "Spiegel" soll es nach abgehörten Telefonaten Hinweise darauf geben, dass Kirschstein von den mutmaßlichen Drahtziehern im Wettskandal für eine Manipulation des Zweitliga-Punktspiels der Ahlener gegen Hansa Rostock (0:2) am 4. Oktober gewonnen werden sollte.

Ahlen vertraut Kirschstein

Kirschstein bestreitet nach Kletkes Aussage, an einer Manipulation beteiligt gewesen zu sein.

Da auch in Ahlen niemand an der Unschuld von Kirschstein zweifelt, steht der Keeper auch weiter im Tor.

Zudem ist unklar, ob das Spiel überhaupt verschoben wurde. Es deutet derzeit nichts darauf hin, dass das Spiel tatsächlich manipuliert wurde.

Deshalb wird die Partie aller Voraussicht nach auch nicht wiederholt. "Wir wollen kein Porzellan zerschlagen. Für uns gilt die Unschuldsvermutung", erklärte der Sprecher der Bochumer Staatsanwaltschaft, Bernd Bienioßek.

Gleich zwei Foulelfmeter

Ohnehin war Kirschstein bei der 0:2-Niederlage gegen Rostock, die durch zwei Foulelfmeter zustande gekommen war, bester Spieler auf Seiten der Ahlener.

Das Spiel selbst war im Zusammenhang mit den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bochum im Wettskandal zudem bislang nicht genannt worden.

"Wir haben uns das Spiel angeschaut. Da auch nur den Ansatz eines Verdachts zu generieren, deckt sich ganz offensichtlich nicht mit der Leistung meines Mandanten", sagte Kletke.

"Eine Hexenjagd"

Der Verein stellte sich vor den Torwart. "Das ist eine Hexenjagd. Wir sind der Überzeugung, dass die Aussage von Sascha absolut glaubhaft ist", sagte Ahlens Präsident Heinz-Jürgen Gosda.

Der DFB und die DFL wollten sich zunächst nicht zu dem Sachverhalt äußern.

Derweil hält der DFB die Schutzsperre für Schiedsrichter Siewer vorerst weiter aufrecht.

Siewer wieder nicht nominiert

Für die Spiele am Wochenende wurde der 22-Jährige erneut nicht nominiert.

Der DFB hatte bereits in der vergangenen Woche erklärt, dass eine solche Maßnahme nur dann veranlasst werde, wenn in den Akten Hinweise auf einen Tatverdacht vorlägen.

Dies sei bei Siewer auch nach Prüfung der von der Staatsanwaltschaft übergebenen Akten der Fall.

Erste DFB-Verhöre?

Offenbar hat der Kontrollausschuss des DFB in den vergangenen Tagen bereits einige angeblich am Wettskandal beteiligte Personen angehört.

Am Freitag reisten Vertreter des Gremiums nach Bochum, um mit der Staatsanwaltschaft das weitere Vorgehen abzustimmen.

Anschließend will der DFB-Kontrollausschuss-Vorsitzende Anton Nachreiner beginnen, Anklageschriften zu verfassen.

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