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Ailton erzielte in der Bundesliga (Bremen, Hamburg, Duisburg, Schalke) 106 Tore © imago

Sechstligist KFC Uerdingen hat große Ziele. Präsident Kourkoudialos plant weitere spektakuläre Transfers. Ailton-Premiere im Januar.

Von Olaf Mehlhose

München - Anfang Dezember vermeldeten die Gazetten den Wechsel des ehemaligen Bundesliga-Torschützenkönigs Ailton in die 6. Liga, zum KFC Uerdingen.

Dem Verein, der unter dem Namen Bayer Uerdingen 1985 den DFB-Pokal gewonnen und dabei im Finale sogar den FC Bayern mit 2.1 geschlagen hatte.

Seitdem ist aber nicht mehr viel aus Krefeld zu hören gewesen. Außer dass der Klub nach dem Ausstieg von Bayer neben der zunehmenden sportlichen Misere auch mit extremen finanziellen Problemen zu kämpfen hatte.

In den vergangenen zehn Jahren wurde bereits drei Mal Insolvenz angemeldet.

"Lakis" der Retter

Seitdem Agissilaos "Lakis" Kourkoudialos das Sagen bei den Krefeldern hat, steht der Klub finanziell auf etwas sichereren Beinen.

Durch seine finanzielle Unterstützung wurde die drohende Insolvenz zu Beginn des Jahres 2008 gerade noch abgewendet.

Es bleibt nur zu hoffen, dass die finanzielle Planung auch in Zukunft mit dem sportlichen Ehrgeiz Schritt halten kann.

Ziel: Drei Aufstiege in fünf Jahren

Dass der neue Präsident ambitioniert an das Projekt KFC-Aufschwung herangeht, lässt sich nicht nur an den selbstbewusst vorgetragenen Zielen - drei Aufstiege in fünf Jahren - erkennen.

Immerhin verschliss er in seiner knapp zwei Jahre währenden Amtszeit schon fünf Trainer.

Große Namen gehandelt

Nach der Verpflichtung von Ailton werden die Uerdinger nun aber plötzlich ernst genommen.

Fast täglich werden prominente Neuzugänge gehandelt. Die Namen von Dietmar Hamann, Boris Zivkovic, Oliver Neuville und sogar von Johan Micoud, Ailtons kongenialem Partner aus Bremer Zeiten, geisterten durch die Presse.

Mit der Verpflichtung der ehemaligen Bundesliga-Profis Erhan Albayrak (früher in Bremen und Bielefeld) und Ersan Tekkan (ehemals VfL Bochum) zeigt die Vereinsführung, dass ihr auch weiterhin der eine oder andere Coup zuzutrauen ist.

Thon als Trainer im Gespräch

Auch Olaf Thon soll bei den Uerdingern schon gesichtet worden sein. Angeblich ist die Schalke-Legende als Trainer im Gespräch.

Interessant wäre zu erfahren, wie so namhaften Fußball-Größen dazu überredet werden, sich die Niederrheinliga anzutun. Entwickelt sich Uerdingen gar zum "Senioren-Paradies" für Altstars der Szene?

Strukturen wie ein Zweitliga-Verein

In Interviews sagt Kourkoudialos, dass er sich in den Verein verliebt habe und ein langfristiges Engagement plane.

Zumindest hat der Unternehmer aus Neuss bisher etwa 600.000 Euro aus seinem Privatvermögen investiert und dem KFC eine neue Geschäftsstelle eingerichtet.

Die von ihm geschaffenen Strukturen bezeichnet Lakis als fast schon zweitligareif.

Außerordentliche Medienpräsenz

Sein Vorgehen in Uerdingen lässt sich ein wenig mit seiner eigentlichen Tätigkeit vergleichen: Die Lakis Group kauft sanierungsbedürftige Objekte auf, um sie später mit Gewinn weiter zu veräußern.

Bisher sieht es danach aus, als verfolge der 43-Jährige ein gut durchdachtes Konzept. Ihm muss zu Gute gehalten werden, dass der Klub mit dem Ailton-Transfer in kürzester Zeit eine außerordentliche Medienpräsenz erreicht hat.

Es bleibt aber abzuwarten, ob der geschäftstüchtige Grieche nicht die Lust verliert, sollte der sportliche Erfolg ausbleiben. Im Umfeld des Klubs herrscht seit der Bekanntgabe des spektakulären Wechsels eine riesige Euphorie.

Ailton-Transfer mit erster Wirkung

Nach Angaben des Vereins ist der Verkauf von Fanartikeln deutlich angestiegen und der Jugendbereich erhält regen Zuwachs.

Auch Sponsoren sollen sich wieder vermehrt in Uerdingen gemeldet haben.

Geschäftsstellenleiter Lutz Spendig hofft, dass rund 5.000 Zuschauer zu den Heimspielen kommen werden, wenn der prominente Neuzugang aufläuft - ein Rekord für die 6. Liga.

Debüt gegen Viersen

Für seinen neuen Verein wird der 36 Jahre alte "Kugelblitz" am 31. Januar beim 1. FC Viersen erstmals in einem Pflichtspiel auf Torejagd gehen.

Schon dort ist starkes Zuschauer- und Medien-Interesse garantiert. Ob dies nach kurzer Zeit wieder abflaut, liegt an Ailton und dem KFC selbst.

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