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Cetin Sevinc im Alter von elf Jahren mit seiner Familie aus der Türkei nach Deutschland über © imago

Der vorläufig gesperrte Schiedsrichter wehrt sich nach einer Befragung durch den DFB-Kontrollausschuss weiter gegen Manipulationsvorwürfe.

München - Der im Zuge des Wettskandals vom Deutschen Fußball-Bund vorläufig gesperrte Schiedsrichter Cetin Sevinc wehrt sich nach einer Befragung durch den DFB-Kontrollausschuss weiter gegen jegliche Manipulationsvorwürfe.

"Der DFB hat mich zu diesem Spiel befragt. Aber wenn man nach solchen Abseits-Situationen geht, müssen alle Schiedsrichter unter Verdacht stehen", sagte der Deutsch-Türke aus Waltrop, der neben Schiedsrichter Thorben Siewer vom DFB vorläufig aus dem Verkehr gezogen wurde, dem "Express".

Fehlerhafte Leitung eines Zweitligaspiels

Sevinc wurde insbesondere zu seiner erschreckend schwachen Leistung beim Zweitliga-Spiel zwischen der SpVgg Greuther Fürth und Fortuna Düsseldorf (2:1) am 3. Oktober des vergangenen Jahres befragt.

Vom Schiedsrichter-Beobachter erhielt der 27-jährige Sevinc die ungewöhnlich schlechte Assistenten-Wertung von 7,9. Eine Zahl, die erhebliche Fehler voraussetzt.

So stand Fürths Siegtorschütze Nico Müller bei seinem Tor zum 2:1 deutlich im Abseits. Sevinc stand dabei auf der Höhe des Fürthers, zeigte Referee Christian Fischer aber mit ausgestrecktem Arm an, das Spiel laufen zu lassen.

Düsseldorf hofft auf Wiederholung

"Die Entscheidungen in diesem Spiel waren so eindeutig, das werden wir nicht vergessen", sagte Düsseldorfs Manager Wolf Werner, der sich sogar Hoffnungen auf eine Wiederholung des Spiels gegen Fürth machen darf.

Sollte sich der Verdacht der Manipulation tatsächlich bestätigen, müsste die Partie spätestens bis zum Ende der laufenden Saison wiederholt werden.

Fürths Präsident bleibt gelassen

Wenig amüsiert zeigte sich derweil Fürths Präsident Helmut Hack über die Spekulationen über eine Spielwiederholung.

"Bisher ist niemand an uns herangetreten, weder von Verbandsseite noch von der Staatsanwaltschaft. In den Medien werden nur Vermutungen geäußert. Deswegen werden wir uns an den ganzen Spekulationen auch überhaupt nicht beteiligen", sagte Hack den "Nürnberger Nachrichten".

Auch Verdacht bei RWO-1860

Ein Verdachtsmoment gegen Sevinc soll sich angeblich auch aus den Ermittlungen zum Zweitligaspiel zwischen Rot-Weiß Oberhausen und 1860 München (0:1) ergeben.

Die Begegnung hatte vor vier Wochen wegen massiver Bewegungen auf dem Wettmarkt mit Einsätzen in Höhe von über einer Millionen Euro unter Manipulationsverdacht gestanden.

Ein DFB-Informant soll den gelernten Elektromeister Sevinc als einen der mutmaßlich Beteiligten genannt haben.

Ende der Laufbahn droht

Zudem soll eine Eidesstattliche Versicherung eines Zeugen vorliegen, die beinhaltet, dass der Schiedsrichter über einen Mittelsmann bei Live-Wetten auf eigene Spiele gesetzt haben soll.

"Es liegen neue Beweismittel vor, die den Tatverdacht gegen den Schiedsrichter leider sehr stark erhöhen. Sollte sich der Verdacht der Spielmanipulation bestätigen, kann dies das Ende seiner Laufbahn als Unparteiischer bedeuten", hatte zuletzt DFB-Präsident Theo Zwanziger erklärt.

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