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Sepp Blatter wurde am 8. Juni 1998 zum achten Präsidenten der FIFA gewählt © getty

Die Medien in Europa sind geschockt von den Ereignissen in Angola. FIFA-Präsident Sepp Blatter wird zum Handeln aufgefordert.

München - Die internationale Presse hat besorgt auf den Terroranschlag in Angola reagiert.

"Ein absurdes Massaker" ("Corriere dello Sport") und "Blutiger Terror-Pfad und geplatzte Träume" ("The Times") lauteten einige der Überschriften in den europäischen Zeitungen.

Mit Blick auf die WM in Südafrika nimmt "Tuttosport" FIFA-Präsident Joseph Blatter in die Pflicht.

"Ist die Sicherheit bei der WM wirklich garantiert? Diese Frage wird Blatter jetzt stark belasten, der sich am meisten für die WM in Südafrika engagiert hat."

Bei dem Angriff einer Separatisten-Organisation in der angolanischen Exklave Cabinda waren am Freitag der Assistenztrainer und der Pressesprecher der Nationalmannschaft Togos sowie ein Busfahrer getötet worden.

Die Pressestimmen in der Übersicht:

ITALIEN

"Gazzetta dello Sport": "Afrika-Pokal im Blut. Hier geht es nicht um Zwischenfälle vor den Stadien, um von Hooligans verursachte Unruhen. Hier geht es um wahren Krieg, um einen der vergessenen Kriege, die Afrika belasten - wegen des Erdöls oder der Diamanten. Die Angreifer waren auf der Suche nach einem öffentlichen Eklat. Es handelt sich um eine rein terroristische Offensive auf der Suche nach einer Resonanz, die nur eine sportliche Veranstaltung geben kann. So handelten auch die Terroristen in München bei den Olympischen Spielen."

"Corriere dello Sport": "Ein absurdes Massaker, das einen noch dunkleren Schatten auf den Afrika-Cup wirft. Das Blutbad in Angola hat alle Spieler geschockt, die jetzt mit Angst spielen müssen. Vielleicht hätte man mehr unternehmen sollen, um jene Sicherheit zu garantieren, von der jetzt alle sprechen."

"Tuttosport": "Die blutigen Ereignisse in Angola werfen einen düsteren Schatten auf die Weltmeisterschaft in Südafrika. Ist die Sicherheit bei der WM wirklich garantiert? Diese Frage wird jetzt FIFA-Präsidenten Joseph Blatter stark belasten, der sich am meisten für die WM in Südafrika engagiert hat."

"Repubblica": "Die Gruppe afrikanischer Spieler, die in Europa spielen, hatte schon lang die Vorfreude auf den Afrika-Cup gespürt. Auf die wichtigste Fußballveranstaltung auf afrikanischem Boden. Jetzt haben sie wieder die Macht der Angst gespürt. Diese Angst verbreitet sich mit beeindruckender Geschwindigkeit - wie ein Virus. Vor Gewehrschüssen sind Stars wie Drogba, Essien und Eto'o plötzlich nur verängstigte junge Männer."

(Premier: "Togo muss abreisen")

FRANKREICH

"Le Journal du Dimanche": "Afrika-Cup beginnt ungeachtet der Tragödie."

"L Equipe": "Wenn auf Drogba oder Eto'o geschossen worden wäre, der Afrika-Cup wäre abgesagt worden."

SPANIEN

"Sport": "Starstürmer Emmanuel Adebayor sagt, er habe den Tod sehr nah vor Augen gesehen. Der Co-Trainer und der Pressesprecher sterben."

"AS": "Mit der WM vor der Tür macht sich jetzt die Angst breit."

"El Mundo Deportivo": "Man vermisst die Solidarität der anderen Mannschaften. Die englischen und französischen Teams bangen um ihre Spieler und haben offiziell um die Absage des Turniers gebeten."

ENGLAND

"The Times": "Blutiger Terror-Pfad und geplatzte Träume. Afrika braucht unsere Unterstützung mehr denn je. Emmanuel Adebayor schildert den Horror der Attacke."

"The Sun": "Nach der Terror-Attacke betteln die geschockten Premier-League-Bosse um die Absage des Afrika-Cups."

"The Mirror": "Emmanuel Adebayor rettet durch schnelles Eingreifen das Leben seines Freundes und Mitspielers Serge Akakpo. Nachdem dieser von einer Kugel in den Rücken getroffen wird, drückt ihn Manchester-City-Star Adebayor geistesgegenwärtig unter den Sitz."

(Togos Torwart in stabilem Zustand)

SCHWEDEN

"Expressen": "Das Turnier wird trotz der Tragödie beginnen. Das ist für niemanden leicht und jemand mag das wahnsinnig nennen. Aber vielleicht braucht Angola den Fußball jetzt mehr denn je. Die Träume der Fans dürfen von einem schusseligen Torhüter, einem tollen Joker oder von einem Freistoß ins Kreuzeck in der Schlusssekunde zerstört werden. Niemals von Männern mit Waffen anstelle von Fußballschuhen."

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