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Nach Angaben der "SZ" wurden unter Levent K.'s Namen Wettkonten eröffnet © getty

Einer der im November verhafteten mutmaßlichen Wettbetrüger und enger Vertrauter des Drahziehers soll umfassend ausgesagt haben.

München - Im größten Wettskandal der europäischen Fußball-Geschichte hat es angeblich ein erstes Geständnis gegeben.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, soll erstmals einer der im November verhafteten mutmaßlichen Wettbetrüger umfassend ausgesagt haben.

Es soll sich um den Türken Levent G. (35) handeln, ein enger Vertrauter des Berliners Ante S.

Dieser war einer der Hintermänner im Wettskandal um den ehemaligen Schiedsrichter Robert Hoyzer und gilt auch als einer der Drahtzieher im aktuellen Wettskandal.

Mehr als 200 Spiele manipuliert

Levent G. habe vor den Ermittlern der Bochumer Sonderkommission "Flankengott" ausgepackt.

Nach letzten Erkenntnissen sollen mehr als 200 Spiele in ganz Europa manipuliert worden sein, davon mindestens 32 in Deutschland, von der 2. Bundesliga bis in den Juniorenbereich.

Levent G. hat demnach im "Cafe King" in Berlin gearbeitet, das von Ante S. Bruder Milan S. betrieben wird und schon im Mittelpunkt des Wettskandals um Hoyzer vor fünf Jahren stand.

Levent G. soll angegeben haben, Kurierdienste für Ante S. geleistet zu haben.

100.000 Euro habe er nach eigener Aussage in die Türkei gebracht. Ziel war es, Spieler und Funktionäre zu bestechen.

Auch Ante S. wieder dabei

Der 35-Jährige soll ebenfalls geschildert haben, wie Wettkonten eingerichtet wurden, wie der Kontakt mit Wettbüros in England ablief und welche Fußballer sich häufig in dem besagten Berliner Cafe aufgehalten hätten.

Bei den Treffen in dem Berliner Lokal seien Spiele verkauft worden, so auch ein Spiel der Oberliga Nordost, bei dem drei Spieler für jeweils 1000 Euro bestochen wurden.

Ante S. "wollte da nur mal anfüttern", wie die "SZ" den angeblich geständigen Levent G. zitierte.

Das sei auch geglückt. Der Torwart habe einen "Ball über den Körper fallen lassen. Ich war selbst baff", so Levent G. Ante S. habe gesagt, "dem müsste man 500 Euro extra geben".

Basketballspieler aus U-Haft entlassen

Während 14 in der in dem Rahmen des Wett-Skandals Verhafteten, darunter auch Levent G. und Ante S., weiter in Untersuchungshaft bleiben, wurde ein ehemaliger Basketballer auf Kaution entlassen, da sein Anwalt Haftbeschwerde einlegte.

Ivan P. spielte in der Bundesliga für Bamberg und wurde nach Angaben der Süddeutschen Zeitung gegen Zahlung von 50.000 Euro frei gelassen.

Um sich in Zukunft besser vor der organisierten Kriminalität schützen zu können, hatte der DFB weitere Maßnahmen auf den Weg gebracht.

In enger Abstimmung mit dem Weltverband FIFA und der europäischen Fußball-Union UEFA sollen die Frühwarnsysteme optimiert werden, Aufklärungs- und Präventionsarbeit verstärkt und die bereits durch Kontrollausschuss und Sportgericht eingeleiteten Verfahren fortgeführt werden.

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