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Dr. Theo Zwanziger (l.) ist seit 2004 im DFB-Präsidium © getty

Der DFB plant gegen das Bundeskartellamt juristisch vorzugehen. Es geht um ein Verfahren wegen wettbewerbswidrige Absprachen.

München - Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ist offenbar fest entschlossen, gerichtlich gegen das Bundeskartellamt vorzugehen.

In Verbandskreisen wird der in Bonn ansässigen Behörde vorgeworfen, voreilig ein Verfahren gegen den DFB und die Bundesliga wegen des Verdachts wettbewerbswidriger Absprachen bei der Akquisition von Sponsoren eingeleitet zu haben.

Dies berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

Alle rechtlichen Mittel prüfen

"Wir haben immer gesagt, dass wir das Vorgehen des Bundeskartellamtes für skandalös und unbegründet halten und alle rechtlichen Möglichkeiten prüfen werden", sagte DFB-Mediendirektor Harald Stenger.

Zuletzt hatte schon DFB-Präsident Theo Zwanziger betont, "dass ich mir das, was geschehen ist, in einem Rechtsstaat nicht hätte vorstellen können".

Gang bis zum Bundesverfassungsgericht

Das DFB-Präsidium soll am 17. Oktober bei einer Sitzung eine Beschwerde beim Landgericht Bonn gegen das Kartellamt beschließen.

"Notfalls gehen wir bis zum Bundesverfassungsgericht", heißt es laut "SZ" aus Verbandskreisen: "Wir wollen wissen, was unsere Grundrechte wert sind."

Interne Beratungen

Das geplante Vorgehen gegen das Kartellamt ist Ergebnis interner Beratungen, nachdem der Verband nach der Einstellung des Verfahrens Akteneinsicht hatte.

Am vergangenen Mittwoch hatten die DFB-Spitze einschließlich Zwanziger, die Verbandsjuristen und eigens hinzu gezogene Rechtsanwälte den Fall ausführlich erörtert.

Das Gremium war zu dem Ergebnis gekommen, dem Präsidium Maßnahmen gegen das Kartellamt vorzuschlagen.

Schadensersatzklage möglich

Die Beschwerde soll nur der erste Schritt sein.

Hat der DFB hier Erfolg, könnte eine Schadensersatzklage folgen. Das Kartellamt soll dann dem DFB zumindest die Anwaltskosten ersetzen.

In einem dritten Schritt könnte der Antrag folgen, dass die örtlich zuständige Staatsanwaltschaft gegen die Verantwortlichen beim Kartellamt ermitteln soll.

Rechtswidrige Durchsuchung

Die DFB-Zentrale und die Geschäftsstelle der Deutschen Fußball Liga (DFL) waren im Februar 2008 durchsucht worden, im August wurde das Verfahren eingestellt.

Beim DFB glaubt man, jetzt nachweisen zu können, dass die Durchsuchungen rechtswidrig gewesen seien.

Der Verband und dessen Spitzenfunktionäre seien in ihren Grundrechten verletzt worden.

Überzogene Reaktion

Die Grundlage für die Durchsuchung sei viel zu dünn gewesen, glaubt man beim DFB.

Das Kartellamt habe allein einen Bericht in der "Sport Bild" vom April 2007 über Kooperationen zwischen DFB und Bundesliga beim Sponsoring zum Anlass genommen, völlig überzogen gegen den Verband und die Liga vorzugehen.

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