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Manfred Amerell pfiff als Schiedsrichter 66 Bundesligaspiele © getty

Der Ex-Schiedsrichtersprecher wehrt sich gegen die schweren Vorwürfe, er habe einen Bundesliga-Schiedsrichter sexuell belästigt.

München - "Die Vorwürfe sind haltlos und aus der Luft gegriffen und werden von mir zurückgewiesen", sagte Manfred Amerell dem DSF und Sport1.de

Und weiter: "Da lache ich mich kaputt."

Amerell hat einen Münchner Rechtsanwalt beauftragt, der noch am Mittwoch eine Erklärung zu dem Vorfall abgeben will.

Zuvor hatte die "Frankfurter Rundschau" aufgrund glaubwürdiger Quellen die Vorwürfe veröffentlicht und damit beim DFB in ein Wespennest gestochen.

DFB will sorgfältig prüfen

Demnach soll der 27 Jahre alte Bundesliga- und FIFA-Schiedsrichter den Vorsitzenden des Schiedsrichter-Ausschusses, Volker Roth, wegen Amerell um Hilfe gebeten haben.

Mittlerweile wird das Thema im DFB-Präsidium behandelt.

"Für den DFB geht es jetzt allein darum, den Fall mit allem Nachdruck, größter Sorgfalt und hohem Verantwortungsbewusstsein zu prüfen", erklärte der für das Schiedsrichterwesen zuständige DFB-Direktor Stefan Hans am Mittwoch in einer Pressemitteilung

Weder Vorverurteilung noch Verharmlosung

Weiter heißt es: "Vorverurteilung ist dabei ebenso unangebracht wie Verharmlosung. Mit Rücksicht auf die Personen können wir zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Aussagen machen und bitten auch im Namen der Beteiligten um einen sensiblen Umgang mit dem Thema."

Noch am Dienstag hatte der DFB erklärt, der Rückzug Amerells sei "auf eigenen Wunsch" und "aus gesundheitlichen Gründen" von seinen Aufgaben als Sprecher des DFB-Schiedsrichterausschusses zurückgetreten.

Koch tritt zurück

Am Mittwoch wurden die erhobenen Vorwürfe gegen Amerell in der DFB-Schiedsrichterabteilung erörtert.

Im Anschluss daran legte der für das Schiedsrichterwesen zuständige DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch sein Amt nieder.

Grund für den Rücktritt sind offenbar Kommunikationsprobleme innerhalb des Schiedsrichterabteilung des DFB.

Der Vorsitzende des DFB-Schiedsrichterausschusses, Volker Roth, sei bereits seit dem 17. Dezember über die Amerell betreffenden Vorgänge "persönlich und detailiert informiert" gewesen, teilte Koch mit.

Koch selber sei jedoch erst in der vergangenen Woche informiert worden.

Dies sei nicht hinnehmbar, so Koch weiter und mache die Fortsetzung der "übertragenen Zuständigkeit für den Schiedsrichterbereich unmöglich."

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