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Volker Roth ist seit 1995 Vorsitzender des DFB-Schiedsrichter-Ausschusses © getty

Schiedsrichter-Boss Volker Roth weist alle Vorwürfe von sich. Er habe nach den DFB-Statuten gehandelt und sich nichts vorzuwerfen.

Frankfurt/Main - Schiedsrichter-Boss Volker Roth hat eigene Fehler im "Fall Amerell" zurückgewiesen.

"Nach den DFB-Statuten ist der Präsident zu informieren und nicht der Vizepräsident. Genau das habe ich getan", sagte der Vorsitzende des Schiedsrichterausschusses des Deutschen Fußball-Bundes dem Fachmagazin "kicker".

Beim DFB hatte der für das Schiedsrichterwesen zuständige Vizepräsident Rainer Koch den Aufgabenbereich am Mittwoch abgegeben.

Koch fühlt sich von Roth übergangen, weil dieser ihn über Vorwürfe gegen das bisherige Schiedsrichterausschuss-Mitglied Manfred Amerell nicht informiert hatte.

Zwanziger kündigt Vernehmungen an

DFB-Präsident Theo Zwanziger kündigte im Zuge der Aufklärung weitere "Vernehmungen" an.

"Wir sind bei der Sachverhaltsaufklärung. Es haben Vernehmungen stattgefunden und aktuell finden weitere Vernehmungen statt", sagte Zwanziger der "Süddeutschen Zeitung".

Damit sei DFB-Justitiar Jörg Englisch beauftragt worden. Unterdessen sind die Machtbefugnisse von Roth bei der Ansetzung der Unparteiischen vielen Kritikern ohnehin ein Dorn im Auge.

Fraglich ist, ob der 68-Jährige, der beim DFB-Bundestag im Oktober in Essen nach 15 Jahren als Schiedsrichter-Chef abgelöst werden soll, möglicherweise vorzeitig über den "Fall Amerell" stolpert.

Fandel als Nachfolger vorgesehen

Als designierter Nachfolger von Roth gilt der ehemalige FIFA-Referee Herbert Fandel. Die Position des DFB im Schiedsrichterwesen könnte generell geschwächt sein.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hatte sich zuletzt schon für eine Mitbestimmung stark gemacht.

"Ich könnte mir gut vorstellen, dass man das Schiedsrichterwesen in eine eigene Einheit als Joint Venture zwischen DFB und DFL ausgliedert", wird DFL-Boss Christian Seifert in der "Frankfurter Rundschau" zitiert.

Die DFL legt aber Wert darauf, dass Vorschläge zu einer Umstrukturierung nichts mit den jüngsten Tumulten beim DFB zu tun haben.

"Die Bundesliga ist eine Milliardenindustrie"

"Das Zitat von Christian Seifert wurde vor circa zwei Wochen in einem Pressegespräch getätigt. Einen Zusammenhang zu den Schlagzeilen in Bezug auf das Schiedsrichterwesen herzustellen, ist unzulässig", erklärte Christian Pfennig, Direktor Kommunikation.

Seifert hält eine Umstruktierung des Schiedsrichterwesens aber generell für nötig:

"Die Bundesliga ist eine Milliardenindustrie, in der sich alles professionalisiert. Deshalb ist es keine Frage, dass ein so elementarer Bereich wie das Schiedsrichterwesen den Weg mitgehen muss."

Beim DFB verweist man dagegen auf die Regularien des Weltverbandes FIFA, wonach das Schiedsrichterwesen unabhängig von den Vereinen organisiert sein soll.

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