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Theo Zwanziger ist Träger des Bundesver- dienstkreuzes erster Klasse © imago

Der DFB-Präsident glaubt, dass die Affäre Amerell Konsequenzen für das gesamte Schiedsrichterwesen innerhalb des Verbandes hat.

Frankfurt/Main - Der DFB hält die Beweislast gegen den früheren Schiedsrichter-Sprecher Manfred Amerell offenbar für erdrückend.

"Amerell wird stark und intensiv belastet. Seinen Rücktritt von allen Ämtern halte ich für absolut notwendig", sagte Theo Zwanziger der "Bild".

Am Montag hatte der DFB-Präsident die Aussagen von vier weiteren Schiedsrichtern im Fall Amerell zur Kenntnis genommen. Amerell bestreitet alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe.

Zwanziger hält es sogar für möglich, dass die Staatsanwaltschaft eingeschaltet wird: "Das ist nicht ausgeschlossen. Wir müssen die Prüfung unserer Juristen abwarten."

Der Präsident zeigte sich angesichts der Ausmaße dieses Falles sehr besorgt.

Nachteile durch Amerell?

"Mich macht zum Beispiel ein Brief eines bayerischen Amateur-Schiedsrichters sehr nachdenklich, der am Montag bei mir eingetroffen ist. Er beschwert sich, dass ihm durch Amerell Nachteile entstanden seien. Falls dies zutrifft, wäre das sehr bedenklich."

Der DFB-Präsident glaubt, dass die Affäre Amerell Konsequenzen für das gesamte Schiedsrichterwesen innerhalb des Verbandes hat.

"Es muss sich einiges ändern, wie Reinhard Rauball und Herbert Fandel, den ich gerne als künftigen Nachfolger des Schiedsrichter-Ausschussvorsitzenden Volker Roth sehen würde, erklären", so Zwanziger.

"Wir brauchen Offenheit, Transparenz und Fairness. Die Zeit der klassischen Männergesellschaft, die alles unter sich regeln will, sollte vorbei sein. Die aktiven Schiedsrichter müssen mehr Mitspracherecht erhalten."

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