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Sepp Blatter befürchtet finanzielle Probleme und mag keine Europa-Liga © getty

Blatter nimmt kein Blatt vor den Mund: Der FIFA-Boss wettert gegen Milliardäre, kritisiert UEFA-Chef Platini und die EM-Aufstockung.

Brüssel - Fußball-Weltverbandspräsident Joseph S. Blatter hat sich erneut besorgt um den Einstieg ausländischer Investoren im Profifußball gezeigt und die Europäische Union (EU) um Mithilfe in Form von Gesetzesänderungen gebeten.

"Es muss etwas getan werden gegen diese Milliardäre, deshalb bitte ich darum, dass die UEFA und die EU zusammen arbeiten, um die Regeln zu verschärfen. Ansonsten werden große finanzielle Probleme auf uns zukommen", sagte Blatter am Montag in Brüssel.

"Da läuft etwas falsch"

"Es scheint heutzutage, als könne man sich einen Fußball-Verein genauso leicht kaufen wie ein Fußball-Trikot", sagte der Schweizer weiter:

"Manch einer der reichen Besitzer mag Pferdesport, andere kaufen sich ein Formel-1-Team und jetzt scheint es die große Attraktion zu werden, einen Fußball-Verein zu kaufen. Da läuft etwas falsch, und deshalb bitte ich die EU, zu handeln."

In England an der Tagesordnung

Das Phänomen der ausländischen Groß-Sponsoren ist vor allem in England verbreitet. So sind dort unter anderem Top-Vereine wie Manchester United, der FC Chelsea, Rekordmeister FC Liverpool und seit kurzem auch Manchester City in der Hand von Investoren.

Newcastle United und der FC Everton stehen ebenfalls kurz vor der Übernahme.

In der Bundesliga verbietet die "50+1"-Regel noch die mehrheitliche Übernahme eines Vereins.

Angriff gegen Platini

In einem Interview mit dem französischen Sportmagazin "France Football" griff Blatter seinen früheren "Ziehsohn" und jetzigen UEFA-Präsidenten Michel Platini an und verteidigte noch einmal seinen Kampf für die 6+5-Regelung vehement.

Blatter: "Lokale Identität? Keine Rede mehr von. Regionale Identität? Keine Rede mehr von. Wenn der Fußball jetzt auch seine nationale Identität verliert, verliert er sein Wesen. Die großen Klubs, die das Geld haben - oder Kredite erhalten - nehmen 30 Spieler unter Vertrag und können zwei Mannschaften aufbieten. Aber das ist nicht der Fußball. Wir sind nicht im Zirkus. Wenn der Fußball so ist, ist er nur noch Geschäft."

Blatter findet, dass die "stereotype" Einstellung Platinis, eine 6+5-Regelung verstoße gegen europäisches Arbeitsrecht (freie Wahl des Arbeitsplatzes innerhalb der EU, die Red.) zu simpel sei: "Jeder Jurist weiß, dass ein Gesetz interpretiert, umgedeutet werden kann. Gesetze sind nicht in Stein gemeißelt. Die FIFA handelt im Rahmen der Gesetze."

EM-Aufstockung auf 24 "blödsinnig"

Zudem hat sich Blatter kritisch zur Aufstockung der Fußball-EM von 16 auf 24 Teilnehmer ab 2016 geäußert. "Ich war darüber nicht sehr glücklich. Praktisch die Hälfte der Mitgliedsverbände wird sich qualifizieren, was mir blödsinnig erscheint."

Für seinen Geschmack sei das zu kompliziert. Zudem würde die Neueinteilung der Europacup-Wettbewerbe in Champions League und Europa League (als Nachfolger des UEFA-Cups) den großen Vereinen die Tür zu einer dem Fußball schadenden Europa-Liga öffnen.

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