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DFB-Präsident Theo Zwanziger steht im Schiedsrichter-Skandal unter Beschuss © getty

Medienanwalt Johannes Eisneberg stellt dem DFB im Umgang mit dem Schiedsrichter-Skandal ein denkbar schlechtes Zeugnis aus.

Frankfurt/Main - Medienanwalt Johannes Eisenberg hat das juristische Vorgehen des DFB und seines Präsidenten Theo Zwanziger im Schiedsrichter-Skandal um Manfred Amerell scharf kritisiert.

Der Experte für Straf- und Medienrecht aus Berlin räumte der Ankündigung Zwanzigers, Amerell wegen übler Nachrede und Verleumdung zu verklagen, keine Aussichten auf Erfolg ein.

"Man hat den Eindruck, der DFB hat keine Juristen zur Hand", sagte Eisenberg der "Berliner Zeitung" und machte dem Verband schwere Vorwürfe.

"Da scheinen alle Sicherungen durchgebrannt zu sein. Wenn es zu einer Strafanzeige kommt, wird die Staatsanwaltschaft diese prüfen und einstellen, weil sie sagen wird: Eine Straftat hat der Amerell mit seinen Aussagen nicht begangen", sagt der Anwalt voraus.

Keine Verleumdung von Amerell

Wie der Jurist erklärte, sei die Äußerung von Amerell, Zwanziger würde "über Leichen gehen", keine Verleumdung. "Keiner, der das hört, versteht das so, dass Amerell behauptet, Zwanziger laufe mit einer Pistole herum und lege Leute um", betonte Eisenberg.

Vielmehr werde die Äußerung als Metapher verstanden. Es handele sich um einen klassischen Fall, in dem eine Aussage keine Schmähung, sondern Teil einer Sachauseinandersetzung sei. ("Kaiser" hält zu Zwanziger)

Auch handele es sich nicht um üble Nachrede oder Verleumdung, sondern um eine Meinungsäußerung, sagte Eisenberg, der den DFB auch dafür kritisierte, dass der Verband ein Strafgericht anrufen wolle.

Zivilgericht wäre richtiger Schritt

"Im Übrigen zeigt sich hier eine weitere Schwäche des DFB. Wenn der meint, dass irgendeiner Falsches sagt, muss der DFB zum Zivilgericht. Allein der Umstand, dass er das nicht wagt, sondern mit Strafanzeige droht, zeigt, dass er nicht glaubt, dass etwas drin ist."

Auch bei der Aufklärung der Vorwürfe wegen sexueller Nötigung gegen Amerell habe der DFB einen falschen Weg gewählt. Wenn der Verband zu der Überzeugung komme, an den Vorwürfen sei etwas dran, hätte er die Staatsanwaltschaft einschalten müssen.

"Er hätte nie sagen dürfen: Wir spielen Schiedsrichter, entscheiden, wer recht, wer unrecht hat und geben es an die Öffentlichkeit", so Eisenberg.

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