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Nach schwachem Saisonstart misslang gegen Ingolstadt der Befreiungsschlag © imago

Es ist der Wurm drin. Selbst im Test gegen den FC Ingolstadt unterlagen die Bayern. Hans-Jörg Butt hütete das FCB-Tor.

Aus Ingolstadt berichtet Mathias Frohnapfel

Ingolstadt - Statt Selbstvertrauen hat sich der FC Bayern am Donnerstagabend beim FC Ingolstadt die nächste Pleite abgeholt.

Einfallslos und mit viel zu wenig Leidenschaft präsentierten sich die Bayern.

Die Quittung: Der Deutsche Meister verlor das Testspiel beim Zweitligisten mit 0:1 (0:1).

FCB-Manager Uli Hoeneß blieb dennoch gelassen und meinte lediglich, dass "ein Test zum Testen da" sei und "nicht zum Hurra-Fußball".

Doch die Sieglos-Serie des Münchner Renommierklubs geht mit dieser Niederlage nach zuletzt drei Liga-Spielen ohne dreifachen Punktgewinn weiter.

Wiedersehen mit Thorsten Fink

Das Match war für die Bayern zugleich ein Wiedersehen mit dem Champions-League-Sieger Thorsten Fink.

Der langjährige Bayern-Profi trainiert seit Beginn 2008 den FCI und motivierte seine Mannschaft entsprechend gegen seinen Ex-Klub.

"Es gibt uns Selbstvertrauen", wollte Fink den Sieg aber nicht überbewerten. "Die Bayern mussten auf vielen Positionen ihre Mannschaft umstellen."

Führung in der ersten Halbzeit

Die Ingolstädter übertölpelten in der 39. Minute Bayerns linke Abwehrseite mit Alexander Benede und Breno.

Den schnellen Konter schloss Steffen Wohlfahrt nach Vorarbeit von Daniel Lemos cool ab.

Auch Oldie "Zecke" Neuendorf zeigte den Bayern 45 Minuten lang, dass der Ex-Hertha-Profi noch Spaß am Fußball hat.

FCB ohne elf Nationalspieler

Das Gastspiel 80 Kilometer von München ging der FCB ohne elf Nationalspieler an. Auch Toni Kroos fehlte, den Dieter Eilts für die U21 brauchte.

So bekamen andere eine Chance, sich Trainer Jürgen Klinsmann und seinem Team zu präsentieren.

Allen voran Torhüter Hans-Jörg Butt. Der etatmäßige Keeper Michael Rensing, der zuletzt in der Bundesliga beim 3:3 gegen Bochum heftig patzte, stand nicht im Kader.

Butt dirigierte seine Vorderleute derart kräftig, dass man ihn noch gut auf der Tribüne hören konnte.

Denn der Routinier musste nicht über einen langweiligen Arbeitstag gegen den engagierten Zweitligisten klagen.

Zahnlose Bayern

Dabei hatte Coach Fink sein Team ebenfalls auf fünf Positionen geändert. Doch die "Schanzer" zeigten vor 5000 Zuschauern den Biss, der beim Rekordmeister meist fehlte.

Von Wiedergutmachung nach den jüngsten Pleiten in der Liga war wenig zu sehen.

Allerdings musste Jürgen Klinsmann seine Mannschaft mit einigen Spielern aus der zweiten Reihe auffüllen.

Zu den weniger bekannten Namen in der Startformation zählten Enrico, Thomas Müller, Mehmet Ekici und Alexander Benede.

Die Bundesliga-Profis Andreas Ottl, Tim Borowski, Jose Ernesto Sosa sollten an diesem Abend ein Zeichen im Kampf um die Stammplätze setzen.

Einfallslose Offensive

Keinem der Drei gelang das wirklich. Vor allem Sosa wirkte in den Zweikämpfen pomadig, während Tim Borowski sich zwar mühte, die neuerliche Pleite ebenfalls aber nicht zu verhindern vermochte.

Nach vorne klappte erschreckend wenig beim Deutschen Meister.

Die einzige nennenswerte Chance in Halbzeit eins war ein Schuss aus zehn Metern von Massimo Oddo.

Im zweiten Durchgang wehrten sich die Bayern zwar mehr, hatten unter anderem durch Sosa (51.) und Vitus Nagorny (85.) Chancen.

Zwingend waren die aber nicht.

Die Aufstellungen:

FC Ingolstadt 04: Lutz - Fink, Wenczel, Metzelder (Mvingani, 58.) - Reinhard (Buch, 68.), Hagmann, Schwarz (Buchner, 68.), Neuendorf (46. Dallevedove), Bragnaca - Wohlfahrt (Schneider, 68.), Lemos (Demir, 84.)

FC Bayern München: Butt - Oddo, Breno, Ottl, Benede - Borowski, Ekici - Ze Roberto, Sosa - Müller (Nagorny, 77.), Enrico (Stier, 33.)

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