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Schiedsrichter Helmut Fleischer wird nach 175. geleiteten Partien seine Karriere beenden © getty

Beim Spiel zwischen Gladbach und Stuttgart wird der ehemalige FIFA-Referee den Schlusspfiff zum Karriereende ertönen lassen.

München - "Ihre Spielleitung ist unter aller Sau" - solche Beleidigungen wie einst von Meister-Trainer Felix Magath muss sich Schiedsrichter Helmut Fleischer in Zukunft nicht mehr anhören.

Der erfahrene Referee vom SV Hallstadt wird beim Spiel zwischen dem VfB Stuttgart und Borussia Mönchengladbach am Samstag (ab 15 Uhr LIVE) seine 175. und letzte Partie leiten. (Datencenter: Ergebnisse und Tabelle)

Anschließend bricht der 46-Jährige direkt in die Vereinigten Staaten auf, wo er ab Dienstag als Arzt in Diensten der Bundeswehr in Goodyear/Arizona mindestens drei Jahre praktizieren wird.

Anfrage aus Major League Soccer

"Meine Sachen sind schon alle weg. Ich fliege am Ostermontag, am Dienstag ist Dienstbeginn", sagte der frühere FIFA-Referee, der seit 1998 Spiele der Bundesliga leitete.

Seine Schiedsrichter-Laufbahn ist damit definitiv beendet - trotz einer Anfrage der Major League Soccer (MLS) wird Fleischer in den USA nicht mehr pfeifen.

Drohungen und Beleidigungen

Genug erlebt hat der gebürtige Essener Fleischer, der bislang als Orthopäde im Dienstgrad eines Oberfeldarztes in Fürstenfeldbruck arbeitete, in seiner insgesamt 20-jährigen DFB-Karriere als Schiedsrichter in Deutschland ohnehin.

Von üblen Drohungen am Telefon durch aufgebrachte Fans bis zu schweren Beleidigungen durch Trainer und Spieler war alles dabei.

Und dass er in seinem 175. Bundesligaspiel noch einmal auf Ex-Nationalkeeper Jens Lehmann trifft, wird Fleischer ganz besonders freuen.

Freude auf Lehmann

Denn zu Beginn der Hinrunde beim Bundesligaspiel zwischen Borussia Dortmund und dem VfB Stuttgart (1:1) musste sich der Unparteiische beim 40-Jährigen sogar als Zahnarzt betätigen.

Nach einem Ellbogenschlag des BVB-Verteidigers Neven Subotic zeigte Lehmann dem verblüfften Fleischer auf dem Platz seine angeblich lädierten Zähne als Beweis.

"Ich hatte Angst, einen Zahn zu verlieren. 22 Jahre habe ich geschafft, ohne dass mir jemand den Kiefer einschlägt. So etwas habe ich noch nicht erlebt", hatte Lehmann seine Untersuchung bei Dr. Fleischer begründet.

Orthopäde in den USA

Allerdings sorgte auch Fleischer selbst mit seiner anschließenden Bewertung der Szene für einen Lacher bei den Fußball-Fans.

"Ich habe auf Verdacht wegen Torwart-Behinderung gepfiffen. Weder das Schlagen von Lehmann noch das von Subotic habe ich wahrgenommen", sagte Fleischer.

In seiner Funktion als Orthopäde wird er in Zukunft auch in den USA ganz sicher nicht "auf Verdacht" agieren.

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