In seiner Sport1.de-Kolumne analysiert DSF-Experte und Ex-Meistercoach Udo Lattek das WM-Qualifikationsspiel Deutschland gegen Russland.

Hallo Fußball-Freunde,

Die Flucht von Kevin Kuranyi nach dem Russland-Spiel lässt einige Rückschlüsse auf seinen Charakter zu.

Das ist eine Geschichte, die man einem Spieler nicht verzeihen kann. So etwas ist nicht nachvollziehbar.

Wenn ich Jogi Löw wäre, würde ich sagen: "'Na gut, dann ist dieses Problem gelöst. Es geht ohne Kuranyi weiter." Denn er ist kein ganz Großer und kein Verlust.

Welchen Anspruch hat dieser Kuranyi? Er hat in der letzten Zeit schlechte Leistungen gezeigt und wurde dafür auf Schalke sogar vom eigenen Publikum ausgepfiffen.

Ich sehe Patrick Helmes, Mario Gomez, Miroslav Klose und Lukas Podolski derzeit klar vor ihm. Da muss sich Kuranyi hinten anstellen und durch Leistung überzeugen.

Und wenn Kuranyi dazu nicht bereit ist, dann gehört er einfach nicht dorthin. Die "beleidigte Leberwurst" zu spielen, das finde ich nicht in Ordnung.

Auch ein "Leitwolf" wie Michael Ballack oder Torsten Frings muss sich jeden Tag neu beweisen. Wenn man Schwächen zeigt, dann stehen die anderen in Lauerstellung bereit. In der Nationalmannschaft waren einige dabei, die so einen kleinen Aufstand probiert haben. Aber Ballack hat das durch sein Tor und seine gute Leistung überzeugt.

Frings hingegen gehört mit seiner momentanen Form nicht zwingend in die Mannschaft und muss hart arbeiten, um seine Position wiederzubekommen.

Eine sichere Position hat hingegen Rene Adler. Wenn er keine großen Fehler macht, wird er die Nummer eins bleiben.

Adler ist ein erstklassiger Torwart mit einer hervorragenden Ausstrahlung.

In diesem Sinne,

Bis nächste Woche, Euer Udo Lattek

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