In Sciacca, wo sich das DFB-Team auf die WM vorbereitet, wurde Karneval gefeiert - deutsche Journalisten waren das Highlight.

Der Alltag ist wieder zurückgekehrt nach Sciacca: Die Bühnen sind abgebaut, die Straßen gereinigt, die bis zu 15 Meter hohen Motivwagen eingemottet.

Der verspätete Karneval im 40.000-Menschen-Städtchen ist beendet.

Drei Tage und vor allem Nächte hat es die selbst ernannte Narrenhochburg Siziliens richtig krachen lassen.

Im Februar musste das Fest wegen eines Straßenrutsches abgesagt werden und war dann auf Mitte Mai verschoben worden, angeblich auch wegen der prominenten Gäste.

Doch von der DFB-Auswahl, die rund zehn Kilometer weiter nördlich im noblen Team-Hotel Rocco Forte Verdura logiert, trauten sich nur einige Spielerfrauen ins bunte Treiben.

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"Prinz" Lukas Podolski und die anderen WM-Kandidaten genossen dagegen abseits der täglichen zwei Trainingseinheiten das Luxusressort mit allen Annehmlichkeiten.

Daher mussten dann deutsche Journalisten herhalten, als der Bürgermeister die Besucher aus Germania auf dem Hauptplatz von Sciacca unbedingt dem tobenden Narrenvolk präsentieren wollte.

Zu vorgerückter Stunde packte er sich also zwei Kollegen, die schon ein wenig dem Wein zugesprochen hatten.

Zumindest einer von beiden war aber noch so klar im Kopf, dass er auf die Fangfragen der wie immer in Italien sehr weiblichen Moderatorin die taktisch richtigen Antworten wählte.

So war die Begeisterung schon groß, als er die italienische Nationalmannschaft zum Top-Favoriten für die WM in Südafrika erklärte.

Und die Frage nach dem Sieger im Champions-League-Finale zwischen Inter Mailand und Bayern München beantwortete er ebenfalls gegen seine Überzeugung, aber politisch korrekt: "3:0 für Inter!"

Die Folge war ein Jubel-Orkan tausender Tifosi. Die Gäste waren die großen Helden und wurden danach noch von Lokal-Fernsehen zu Lokal-Fernsehen weitergereicht.

Nun aber müssen sie sich wieder hinten anstellen, wenn die Wagenkolonne der deutschen Journalisten morgens vor dem wie ein Hochsicherheitstrakt gesicherten DFB-Hotel um Einlass bittet.

So hart kann manchmal die Rückkehr des Alltags sein. Aschermittwoch mitten im Mai.

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