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Jens Lehmann (l.) kann mit dem Torwartspiel Tim Wieses wenig anfangen © imago

Der Ex-Torhüter ergreift im Audi Star Talk Partei für Manuel Neuer und kann sich eine Kooperation mit Oliver Kahn vorstellen.

München - Jens Lehmann spricht Klartext:

Im Audi Star Talk (Montag, ab 22.30 Uhr auf SPORT1) äußert sich der Ex-Nationaltorhüter über sein Verhältnis zu Oliver Kahn und Tim Wiese.

Er macht sich für Sami Khedira und Christian Träsch als Ballack-Ersatz stark, stärkt Manuel Neuer als Nummer eins für die WM den Rücken und kritisiert die Trainerausbildung des DFB.

SPORT1 hat die besten Zitate im Überblick:

Jens Lehmann über:

Tim Wiese

"Tim Wiese war jemand, den ich früher noch gar nicht so wahr genommen habe, da er ziemlich spät zur Nationalmannschaft kam.

Deswegen war ich auch überrascht, als ich nach Deutschland zurückkam und er sich mehrere Male sehr negativ über mich geäußert hat - obwohl ich gar nicht über ihn gesprochen habe.

Ich bewerte jetzt nur einmal das Torwart-Spiel. Tim Wiese stellt sicherlich einen Kontrast zu Manuel Neuer dar. Insofern habe ich schon Partei für Manuel Neuer ergriffen, dessen Torwartspiel ich bevorzuge.

Und im Umkehrschluss heißt das, das andere (von Tim Wiese, Anm. d. Red.) eben nicht so. Das ist meine Meinung. Wenn er das persönlich nimmt, bleibt es ihm überlassen. Vielleicht erholt er sich auch davon."

Sami Khedira und Christian Träsch als mögliche Ballack-Vertreter:

"Sami ist vom Charakter her sehr gut. Er hat jetzt auch taktisch enorm viel hinzugelernt. Er ist vor allem physisch bärenstark.

Aber Christian Träsch, der defensiver spielt, der häufig auch noch ein bisschen unterschätzt wird; das ist derjenige, der die größten physischen Fähigkeiten hat. Also auch ein Mann, der für das defensive Mittelfeld sehr interessant ist."

die DFB-Trainerausbildung:

"Wenn ich jetzt einen Trainerschein machen würde, dann wäre ich mit 44 Jahren erst Trainer. Das könnte man sicherlich anders gestalten. Im Fußball wird oft der Fehler gemacht, dass alle als gleich betrachtet werden.

Aber es gibt nun einmal Leute, die mit 28 Jahren aufhören und Bundesliga gespielt haben. Und es gibt welche, die mit 35 Jahren aufhören, Nationalmannschaft und Champions League gespielt haben. Die haben halt etwas anderes erlebt.

Die sollen zwar die gleiche Ausbildung machen. Aber man könnte das auch in Hamburg, Berlin und München abhalten. Und den Trainerschein auf ein Jahr beschränken. Ansonsten wird es viele Leute davon abhalten, Trainer zu werden."

sein Verhältnis zu Oliver Kahn:

"Dass wir einmal privat miteinander gesprochen hätten, kam ja nie vor. Bei der Nationalmannschaft ist man nur drei oder vier Tage zusammen. Zu den Lehrgängen, zu den Länderspielen, und da trainiert man halt auch viel. Daneben muss man mit seiner Familie sprechen, oder lässt sich behandeln.

Es gibt da nicht diese großen Berührungspunkte, vor allem nicht, wenn man in solch einer großen Konkurrenzsituation steht."

eine berufliche Zusammenarbeit mit Oliver Kahn:

"Im Fußball ist alles vorstellbar. Man darf wirklich nichts persönlich nehmen, weil die meisten Situationen auf den Beruf, die Konkurrenzsituation und den Wettbewerb bezogen sind.

Und wenn man etwas persönlich nimmt, kann man schon darunter leiden. Aber wenn man das nicht tut, dann beruhigt sich das Ganze schnell wieder."

das einstige Duell mit Kahn um die deutsche Nummer eins:

"Wenn man unmittelbar in diesem Fußballgeschäft ist, tagtäglich gefragt wird, wie es aussieht und mit anderen Meinungen konfrontiert wird - dann denkt man nicht mehr so richtig darüber nach.

Dann blickt man nicht mehr von oben auf sich, dann erzählt man irgendwas, um seine Position beizubehalten: Bloß keine Schwäche zeigen, bloß keinen Boden preisgeben.

Da mag der Franz Beckenbauer schon Recht haben, wenn man dann rüberkommt als wäre man ein kleiner Idiot."

Rudi Völlers Torhüter-Entscheidung bei der EM 2004:

"Obwohl ich nicht gespielt habe, habe ich ein gutes Verhältnis zu Rudi. Ich musste das akzeptieren, dass er mich nicht aufgestellt hat. Nach der Rückkehr hat er beim Aussteigen aus dem Flugzeug gesagt 'Jens, ich hätte dich spielen lassen sollen'.

Das ist natürlich toll von ihm, eine gute Geste. Aber es hat mir in diesem Moment auch nichts mehr gebracht."

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