Vor dem Champions-League-Finale unterhält Paul Breitner die internationale Presse und stiehlt auch Arjen Robben die Show.

Schon als Spieler war Paul Breitner speziell, das weiß jeder. Er zog die Fäden im Mittelfeld, übernahm Verantwortung.

Gleichzeitig war der "Paule" aber auch immer etwas anders.

Oft wurde in den letzten Tagen an die erfolgreichen Siebziger der Münchner erinnert, auch Breitner prägte diese Zeit damals und kam oft in Interviews zu Wort.

Heute ist er Chefscout des FC Bayern und natürlich auch mit in Madrid - zum großen Champions-League-Finale gegen Inter Mailand.

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Und am Donnerstag, bei der Pressekonferenz im Souterrain des noblen Mannschaftshotels, packte es ihn wieder.

Die internationale Presse war voll versammelt, die Kameras liefen, alle Mikrofone waren offen. Und sie staunten.

Auf dem Podium drehte Breitner auf. Er lieferte ein Solo nach dem anderen, so dass selbst Arjen Robben neben ihm erstaunt mit den Augenbrauen zuckte.

Vor seiner ersten Antwort holte er tief Luft, dann sprach er langsam und bedächtig:

"Das Endspiel in der Champions League kann man nicht mit einem normalen Spiel vergleichen. Dieses Endspiel bedeutet für alle Spieler, ob nun für die Bayern oder für Inter, einen Höhepunkt der Karriere, wofür es sich lohnt, viele lange Jahre zu kämpfen."

Er wiederholte die Sätze auf Spanisch und Englisch. Ein Breitner, der sich in seinem Leben alles erkämpft hat, braucht keinen Dolmetscher.

Ein Journalist forderte scherzhaft noch eine italienische Version. Doch Breitner war nicht zum Lachen zumute.

Wenn er zu lange nichts gesagt hatte, schaltete er sich selbstständig wieder dreisprachig ein und antwortete auch auf Fragen, die eigentlich an Robben gerichtet waren.

Was er selbst nicht merkte: Es war sinnbildlich für das, was die Bayern gegen Inter zeigen müssen, um erfolgreich zu sein:

Hartnäckig bleiben, optimal vorbereitet sein, dazwischen grätschen, Dominanz ausüben, die klare Linie ohne große Schnörkel verfolgen, Ernsthaftigkeit wahren.

Breitner ist schon in Endspiel-Form.

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