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Hans Meyer war bis Mai 2009 Trainer von Borussia Mönchengladbach © getty

Hans Meyer spricht im SPORT1-Doppelpass über das verlorene Champions-League-Finale der Bayern und die deutschen WM-Aussichten.

München - Am Tag nach der Bayern-Niederlage im Champions-League-Finale gegen Inter Mailand war Hans Meyer zu Gast im SPORT1-Doppelpass:

Der Ex-Trainer von Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Nürnberg kommentierte - in gewohnt launiger Manier - die aktuelle Lage beim Rekordmeister.

Zudem bezog Meyer Position zur Ausgangslage des deutschen Teams vor der Weltmeisterschaft und nach der Verletzung von Kapitän Michael Ballack.

Auch zu Bayern-Trainer Louis van Gaal und dessen Wandlung zum Feierbiest hat der Trainer eine Meinung. Thorsten Fink - Trainer des FC Basel und Champions-League-Sieger 2001 - war mit von der Partie.

SPORT1 fasst die besten Zitate zusammen:

Hans Meyer...

über Bayerns Niederlage gegen Inter:

"Inter ist in erster Linie aufgrund der individuellen Klasse, aber auch der fantastischen Organisation in dieses Finale gekommen. Die Mailänder haben gegen die individuell beste Mannschaft der Welt gewonnen, gegen Barcelona, obwohl sie in der Vorrunde noch ziemlich deutlich verloren haben.

Aber wie sie im Halbfinale Barcelona und gestern den FC Bayern in Schach gehalten haben, war taktisch vom Feinsten.

Für mich liegt zwischen 1999 und gestern ein riesiger Unterschied. Bayern war damals die gesamte Zeit die bessere Mannschaft und verliert äußerst unglücklich. Gestern war Inter Mailand zu stark."

zu Franck Riberys Vertragsverlängerung:

"Robben und Ribéry machen den Unterschied. Es gibt viele gute Mannschaften, und dann gibt es in jeder Mannschaft zwei oder drei Spieler, die ein bisschen aufblinken. Ribery gehört dazu. In guter Verfassung und körperlich fit ist er für eine Mannschaft Gold wert."

über Louis van Gaals Entwicklung zum Feierbiest:

"Ihm wurde anfangs gar keine Chance gegeben. Wenn man ihn sofort auf den Balkon gestellt hätte, hätte er gleich so einen Auftritt hingelegt. Aber wie soll sich ein 57-Jähriger in so kurzer Zeit verändern.

Wenn ein Holländer nach Bayern kommt, ist es sowieso für ihn kompliziert. Dann startet der FC Bayern seit 576 Jahren das erste Mal so schlecht. Da kann ein Holländer nicht gut aussehen und auch nicht locker sein.

Das Training war von Anfang an fantastisch. Ich habe damals mit Hermann Gerland gesprochen. Wenn er sagt: 'Ich kann von ihm als Trainer lernen' ? wie muss es dann erst den jungen Spielern gehen?"

über Deutschlands WM-Chancen ohne Michael Ballack:

"Wenn ein WM-Titel von acht, neun Mannschaften geholt werden kann, dann sind bei diesen Mannschaften schon drei, vier dabei, wo alles optimal laufen muss. Wir gehören nicht zu den Favoriten ? mit oder ohne Ballack.

Aber wir haben es in der Vergangenheit immer gezeigt, dass wir fantastisch vorbereitet waren, dass wir körperlich topfit sind. Die Trainer haben es immer geschafft, ein Team, eine Truppe auf den Platz zu bringen.

Also bin ich auch der Meinung, dass wir in Afrika eine hoch motivierte und gute deutsche Mannschaft vorfinden werden. Das Problem ist, dass Ballack als Persönlichkeit fehlt, die den einen oder anderen jungen Spieler mitnehmen kann. Fußball wird weiter gespielt und es wird auch weiter gewonnen - ohne Michael."

zur Torwartfrage im DFB-Team:

"Manuel Neuer wird ein ganz Großer. Er hat zuletzt mit dem Druck der Gesamtsituation nicht so souverän gehalten, wie er es schon getan hat.

Ich habe ihn schon ein paar Mal gesehen und muss sagen, für dieses Alter ist er unglaublich weit. Jörg Butt war für mich immer ein Guter, auch wenn er hinter Oliver Kahn sogar im dritten Glied gestanden hat."

Thorsten Fink...

über die Zukunft des FC Bayern:

"Ich sehe eine neue Ära des FC Bayern München. Eine noch bessere Zukunft mit einem tollen Trainer Louis van Gaal."

über die Lehren aus der Final-Niederlage:

"Das war ein Spiel für die Zukunft des FC Bayern. Man hat mit jungen Leuten, die Erfahrungen in diesem Endspiel gemacht haben, viel erreicht. An diesen Negativ-Erfahrungen wachsen die Spieler.

Wenn Thomas Müller nächstes Jahr wieder ins Finale kommt, dann nutzt er so eine Chance (Ausgleichchance kurz nach der Halbzeit, Anm. d. Red.), weil er diese negative Erfahrung gemacht hat.

Früher hat Udo Lattek einmal gesagt, bei Bayern, da sind Räuber, Leverkusen ist zu brav, das sind Lämmer. Und diese Lämmer jetzt bei Bayern München, ein Müller, ein Badstuber, die wachsen daran und werden dann auch irgendwann Räuber."

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