SPORT1 vor Ort: Die ersten Schritte auf afrikanischem Boden verlaufen für Redakteur Thorsten Mesch jedoch durchaus turbulent.

Dass Südafrika eine hohe Kriminalitätsrate hat und man immer und überall aufpassen muss, hat sich ja im Vorfeld der WM auch bis nach Deutschland herumgesprochen.

Dementsprechend vorbereitet und gewarnt kommen Touristen und Journalisten in Johannesburg an.

So auch ich als SPORT1-Redakteur und mein Fanreporter-Kollege von SonyEricsson am Montagmorgen. Für die ersten Tage in Johannesburg haben wir ein Auto mit Fahrer gemietet.

So kann man sich auf die Arbeit konzentrieren, muss sich nicht in der Rush-Hour durch den Linksverkehr quälen und fällt auch nicht auf irgendwelche Nepper, Schlepper oder Bauernfänger herein.

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Nach der Landung auf dem internationalen Flughafen O.R. Tambo im Flieger der Nationalmannschaft gehen wir mit unserem Gepäckwagen in die Empfangshalle, wo schon mindestens hundert Leute ihre Schilder hochhalten, um Gäste aus aller Welt willkommen zu heißen und in ihre Hotels zu bringen.

So auch unser dunkelhäutiger Fahrer Jethro, der ganz vorn am Ausgang steht und ein Schild mit meinem Namen hochhält. Hocherfreut, dass alles so schnell und reibungslos klappt, gehe ich auf ihn zu und schüttele ihm die Hand.

Jethro kümmert sich auch gleich um unsere Taschen, und wir machen uns auf den Weg in Richtung Parkhaus. Doch schon nach zehn Metern werden wir aufgehalten.

"Do you know this person?", fragt mich ein nicht gerade vertrauensvoll aussehender Mann mit dunkler Jacke. Eine große Frau redet auf Jethro ein und hält ihn am Arm fest. Und dann zeigt mir ein schlanker Typ im Wollpulli eine Plastikkarte und meint: "Zivilpolizei."

Er erklärt uns, dass am Flughafen viele Kriminelle auf Touristen warten und sich als Fahrer ausgeben und wir sollten mitkommen.

"Das ist ein Fake. Mit euch gehe ich nirgendwo hin", denke ich. So ein Ausweis ist schließlich schnell gemacht. Doch ehe wir uns versehen, stehen wir in der Polizeistation und Jeff sitzt in einer Zelle.

Alle Beteuerungen, dass Jethro auf jeden Fall unser Fahrer sei - schließlich sei er von unserer Agentur und habe meinen Namen auf einem Schild stehen - nützen nichts. Die Polizistin will Jethro und uns einfach nicht glauben.

Ich rufe bei unserer Agentur an und wenige Minuten kommt Andy und bestätigt der Frau, dass Jethro für ihn arbeitet.

"Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten", sagt der Typ mit der Jacke, "aber die Sicherheit geht einfach vor. Gerade während der WM." Erleichtert verlassen wir die Polizeistation und gehen ins Parkhaus.

"Ich habe schon viel erlebt, aber so etwas noch nie", erzählt uns Jethro während der Fahrt. Wir lachen und das mulmige Gefühl in meiner Magengegend verschwindet langsam.

Dass wir im Hotel fast zwei Stunden auf unser Zimmer warten müssen, entlockt uns nach dem Schreck in der Morgenstunde nur noch ein müdes Lächeln. Willkommen in Südafrika!

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