In seiner Sport1.de-Kolumne geht DSF-Experte und Ex-Meistercoach Udo Lattek hart mit Werder Bremen ins Gericht und freut sich über Hans Meyer.

Hallo Fußball-Freunde,

Nein, nein. So geht es nicht. Torsten Frings hat angedroht, die Nationalmannschaft zu verlassen. Aber warum? Er hat mal über seine Kollegen Rolfes und weitere gesagt, die sollen nicht so viel reden, sondern erstmal Leistung bringen.

Dann soll er aber auch die Klappe halten und selbst Leistung bringen. Es ist das gute Recht von Jogi Löw, ihn nicht aufzustellen. Und ich würde ihn fragen: Willst du kämpfen oder willst du weiter verbal Schlagzeilen machen?

Ich würde ihn an der Stelle von Löw ganz allein lassen. Es gibt keine Dankbarkeit für vergangene Verdienste im Fußball - nur Leistung zählt.

Unordnung bei Werder

Er und seine Kollegen bei Werder haben sich gegen Dortmund ebenfalls nicht mit Ruhm bekleckert. Da fehlte total die Zuordnung. Die Mannschaft ist relativ offensiv aufgestellt. Was mich stört ist aber, dass die Offensivspieler keine defensive Arbeit verrichten. Damit fängt das Übel schon an. Wenn sie das nicht verbessern, werden Sie es nicht schaffen.

Für die Werderaner war das Spiel nach dem Führungstor beendet, weil keiner daran geglaubt hat, dass da noch irgendwas passieren kann. Sonst kann es nicht sein, dass sieben Mann von Bremen im Strafraum stehen und nur zuschauen.

Vorsicht vor Meyers Flachs

Thomas Schaaf sollte ihnen Beine machen. Ebenso wie Hans Meyer den Spielern von Borussia Mönchengladbach. Nun ist der "alte Fuchs" wieder zurück im Bundesliga-Geschäft.

Gut so - einerseits: Denn er ist sicher in der Lage, die Spieler bei Borussia Mönchengladbach mitzureißen und sie mit seinem Flachs aus ihrer Lethargie zu holen.

Aber mit dem Flachs muss man auch vorsichtig sein. Irgendwann sagen dann die Spieler - wie es in Nürnberg der Fall war - jetzt reicht es aber! Ich finde es unheimlich mutig, dass Hans die Aufgabe übernimmt und finde es auch mutig von Mönchengladbach, dass sie ihm einen Vertrag bis 2010 geben. Ich hätte ihm nur einen Vertrag bis Saisonende gegeben.

Dann hätte man sehen können, was sich ergibt und man muss hinterher keine Abfindung zahlen. Die hat sich der Hans garantiert vertraglich gesichert. Aber Gladbach ist ja in Zugzwang - der Verein muss im Grunde alles erfüllen, was Hans sich vorstellt.

Klinsmann rudert zurück

Immerhin hat der FC Bayern mal wieder gewonnen. Dass sich Trainer und Manager bei so einem Siegtreffer freuen und die ganze Welt umarmen könnten, ist doch klar.

Die Münchner sind zurück in der Realität. Jürgen Klinsmann ist mit einer Idee nach München gekommen und wollte die sofort umsetzen. Aber er hat gemerkt, dass er nicht das Spielerpotenzial hat, um das zu können.

Da er aber nicht beratungsresistent ist und Hilfe von verschiedenen Seiten im Klub hat, wird er sich gesagt haben, er muss ein bisschen zurückrudern. Auf der Basis kann man jetzt wieder aufbauen. Ich bin gespannt, wie es sich weiter entwickelt.

Also, bis nächste Woche, Euer Udo Lattek

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