Zahlreiche internationale Medien greifen die SPORT1-Meldung über Boatengs Verletzung auf. Bei der Übersetzung hapert es aber gewaltig.

Freitagabend in der Allianz Arena. Der FC Bayern eröffnet die Saison gegen den VfL Wolfsburg.

Kurz vor Anpfiff passieren auch die letzten VIPs die über deren Plätzen liegende Pressetribüne.

Auch ein Mann ist dabei, der aussieht wie Jerome Boateng. Optische Täuschung, der WM-Teilnehmer ist ja gerade erst zu Manchester City gewechselt.

Oder doch nicht? In der Halbzeitpause kommt der Mann erneut an uns vorbei - es ist Jerome Boateng.

Die Kollegen interessiert es nicht, auch die Fans sind von ein, zwei Autogrammjägern abgesehen gedanklich woanders.

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Im Gespräch mit SPORT1 erzählt der Ex-Hamburger dann gewohnt freundlich, dass er gerade bei Nationalmannschafts-Arzt Doktor Müller-Wohlfahrt in München bis kommenden Mittwoch zur Behandlung ist und deshalb als Zuschauer in der Arena weilt.

Auch klärt er uns über die genaue Art der Verletzung auf, die seit dem Länderspiel in Kopenhagen nicht näher definiert war: Entzündung und kleiner Riss der Sehne im linken Knie.

Die Probleme hatte er schon länger. Hinzu kam dann unglaublicherweise noch, dass ihm eine Stewardess im Flieger zurück vom Länderspiel auch noch mit dem Getränkewagen gegen das Knie gefahren ist.

Nicht nur die meisten deutschen Medien greifen die SPORT1-Meldung auf, sondern sie findet sich unter anderem in der englischen, französischen und spanischen Presse wieder.

Allerdings muss den Bearbeitern wohl auch eine Stewardess irgendwo gegen gefahren sein, denn deren Übersetzungen erinnern doch sehr stark an stille Post.

So wird etwa in England berichtet, Boateng habe sich die Verletzung am Donnerstag beim Europa-League-Spiel zugezogen (wo er gar nicht dabei war) und er werde daher am nächsten Mittwoch nach München fliegen.

Noch besser in Spanien: In einem Bericht steht - unter dem Foto von Bruder Kevin Prince Boateng -, dass sich Jerome die Verletzung durch die Attacke der Stewardess zugezogen hat. Dies dient dann als Überleitung zu einer Übersicht über die kuriosesten Sportlerverletzungen.

Nun warten wir eigentlich nur noch auf den verärgerten Anruf des bisher immer so freundlichen Jerome Boateng mit der Ankündigung, nie mehr mit uns zu sprechen, weil wir schließlich solche Unwahrheiten verbreiten würden.

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