In seiner Sport1.de-Kolumne spricht DSF-Experte und Ex-Meistercoach Udo Lattek seine Bewunderung für die TSG Hoffenheim aus.

Hallo Fußball-Freunde,

Hoffenheim verzaubert die Liga - und mich. Besonders imponiert mir dabei, dass sie schnell sind und trotzdem technisch auf höchstem Niveau spielen.

Sie können den Ball im höchsten Tempo annehmen, mitnehmen und die Eins-zu-Eins-Situation suchen.

Trainer Ralf Rangnick ist für mich der Baumeister dieses Erfolgs.

Vor vielen Jahren habe ich ihn als "Professor" im Sportstudio gesehen, als er die ganze Nation und vor allem die Trainer belehren wollte, wie Fußball funktioniert.

Da habe ich erst gedacht: Der hat doch einen an der Waffel. Mittlerweile muss ich Abbitte leisten - ich habe ihn auf seinem Weg verfolgt und gesehen, was er geleistet hat.

Er hat bei jedem Verein seine Art Fußball zu spielen eingebracht. Er hat gearbeitet und sich weiterentwickelt - und wer Schalke übersteht, dem kann sowieso nichts mehr passieren.

Ich sage deshalb: Rangnick und Hoffenheim können Meister werden. Warum soll das nicht machbar sein?

Natürlich wird die Mannschaft zum Beispiel gegen Bayern München unter einem ganz anderen Druck stehen. Wenn sie aber auch bei Bayern in so einem wichtigen Spiel gewinnen sollten, dann ist die Chance groß, dass Hoffenheim das Zeug zur Meisterschaft hat.

Apropos Bayern: Ich war sehr überrascht, dass Lukas Podolski nicht von Anfang an eingesetzt wurde. So wie ich die Bayern und Uli Hoeneß kenne, haben sie sich dabei etwas gedacht.

Der Uli stellt sich normalerweise immer vor seine Spieler und greift sie nicht in der Öffentlichkeit an.

Das hat er jetzt bei Lukas allerdings vor dem Spiel gegen Bielefeld massiv getan - aber wenn der Effekt der ist, dass er wie in der zweiten Hälfte aufdreht, dann wird sich das Thema von selbst erledigen.

Das zweite Tor hat er wunderschön vorbereitet und den Elfmeter anschließend noch selbst verwandelt. Podolski hat so viel mitgemacht, dass er momentan doch sehr sensibel zu sein scheint. Aber wer Uli Hoeneß kennt, der weiß, dass er mit seinem Verhalten eine Strategie verfolgt.

Was dahinter steckt, werden wir vielleicht schon im Winter erfahren.

Zunächst bis nächste Woche,

Euer Udo Lattek

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