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Michael Ballack (r., hier mit Oliver Bierhoff) fehlte bei der WM verletzt © imago

Der "Capitano" will wieder angreifen, klingt aber vorsichtig. Der DFB-Team-Manager mahnt vorsorglich vor "Kapitäns-Gerangel".

Leverkusen - Das Ziel ist das Spitzenspiel: "Capitano" Michael Ballack kämpft nach dem "Seuchenjahr" 2010 um sein Comeback bei Bayer Leverkusen - und will zum Duell mit Herbstmeister Borussia Dortmund wieder topfit sein.

"Wer sieht, wie der Junge allein stundenlang trainiert, der weiß: Michael Ballack brennt", sagt Wolfgang Holzhäuser.

Der Geschäftsführer des Werksklubs will nicht zu viel Druck auf den 98-maligen Nationalspieler ausüben, der seit Wochenbeginn nach zwei Tagen Weihnachtsurlaub wieder rund um die Uhr schuftet. Denn Ballack soll behutsam aufgebaut werden. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Es wird nicht leicht für ihn nach zwei schweren Verletzungen in so kurzer Zeit. Aber es sieht gut bei Michael aus, und das macht uns allen Mut", so Holzhäuser.

Ballack "hat noch gute Jahre vor sich"

Auch Bayers Sportchef Rudi Völler gibt sich weiter überzeugt, dass sich die 12-Millionen-Investition auszahlen wird.

Obwohl Ballack in der Hinrunde bis zu seiner schweren Verletzung nur drei Bundesligaspiele absolvierte, hofft Völler, Ballack werde noch einschlagen.

"Er ist der Typ Spieler, der uns letzte Saison hier und da gefehlt hat, wenn ein bisschen Gegenwind aufkam. Er muss sich jetzt zurückkämpfen und hat dann noch gute Jahre vor sich", sagt Völler.

"Auch nach mir geht der Fußball weiter"

Der 34-jährige Ballack will zumindest in der Bundesliga wieder richtig angreifen. An die EM 2012 in Polen und der Ukraine denkt er dagegen noch nicht.

"Da muss man vorsichtig sein. Fußball ist kein Wunschkonzert. Ich habe schon gesehen, dass die Mannschaft auch ohne mich guten Fußball spielt", sagt Ballack.

Und weiter: "Auch nach mir geht der Fußball weiter. Aber trotzdem: Ich will noch einmal dabei sein, wenn ich die Leistung bringe und das Niveau, das man braucht, um in der absoluten Spitze zu spielen."

[kaltura id="0_d168qw7z" class="full_size" title="Löw stärkt Ballacks Kapitänsrolle"]

Ballack muss sich umstellen

Eine frohe Botschaft erhielt er kurz nach Weihnachten von Joachim Löw. Der Bundestrainer stellte Ballack im Falle einer Rückkehr in die DFB-Auswahl die Kapitänsbinde in Aussicht.

"Er ist ihr Kapitän, wenn er wieder dabei ist", sagte Löw: "Er braucht Spielpraxis. Wenn er die hat, regelt sich alles andere von allein."

WM-Spielführer Philipp Lahm würde dann wieder ins zweite Glied rücken. Dennoch müsste sich Ballack erheblich umstellen.

Bierhoff warnt vor "Kapitäns-Gerangel"

Nach Ansicht von DFB-Teammanager Oliver Bierhoff würde der Kapitän veränderte Gegebenheiten vorfinden: "Im defensiven Mittelfeld haben Schweinsteiger und Khedira gespielt, teilweise auch Toni Kroos. Auch Simon Rolfes kommt zurück, der zudem ein Konkurrent in Leverkusen ist."

Ohnehin warnt Bierhoff vor internen Machtkämpfen:

"Es wird im Miteinander auch wichtig sein, zu zeigen, dass es nicht um ein Kapitäns-Gerangel geht;" sagt er. "Aufgrund seiner Persönlichkeit und seines Namens wird es bei Michael Ballack aber immer wieder Diskussionen geben, ob er Kapitän ist oder nicht."

Macht Ballack 100 Länderspiele voll?

Als Verlierer des Jahres betrachtet der Manager seinen ehemaligen Mitspieler im Nationalteam aber "auf gar kein Fall".

Bierhoff erwartet, dass sich der 98-malige Nationalspieler 2011 "wieder herankämpfen" wird und zumindest noch die 100 Länderspiele vollmachen wird: "Davon bin ich überzeugt."

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