vergrößernverkleinern
Christian Seifert ist mit den Vorschlägen der Bremer überhaupt nicht einverstanden
Christian Seifert ist seit Juli 2005 Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung © getty

Obwohl die Vereine so viel Geld umsetzen wie noch nie, schreiben die Profi-Ligen rote Zahlen. Drei Klubs tragen die Hauptschuld.

München - Rekordverlust trotz Rekordumsatz: Die Klubs geben das Geld noch schneller aus, als sie es einnehmen.

Obwohl insgesamt 2,08 Milliarden Euro umgesetzt wurden, hat der deutsche Profifußball in der vergangenen Saison einen Verlust von 103,24 Millionen Euro verzeichnet.

Diese Bilanz der Bundesliga und Zweiten Liga gab die DFL am Mittwoch in Frankfurt/Main bekannt. In der Saison 2008/09 hatten die Vereine bei einem Umsatz von 2,04 Milliarden Euro noch einen Gewinn von 11,3 Millionen Euro verbucht.316092(DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse)

"Das ist kein positiver Trend, den wollen wir auch nicht so verkaufen. Das sind keine Zahlen, die den Ligaverband, die DFL und die Klubs zufrieden stellen", sagte DFL-Chef Christian Seifert.

Lizenzierungsverfahren verschärft

Er ergänzte: "Die Liga hat auf diese ungesunde Entwicklung bereits reagiert und das Lizenzierungsverfahren verschärft. Zudem hat die UEFA die Zeichen der Zeit erkannt und den Weg des Financial Fair Play, bei dem ein ausgeglichenes Ergebnis vorgewiesen werden muss, beschritten."

Aus dem Bundesliga-Report geht zudem hervor, dass die Verbindlichkeiten der Bundesligisten gegenüber der Vorsaison um 34 Millionen auf 644,6 Millionen Euro gestiegen sind.

Die Zweitligisten haben 127 Millionen Euro Schulden, was einen ein Anstieg von 27 Millionen bedeutet. Dem steht ein Eigenkapital der Bundesliga-Klubs in Höhe von 534,5 Millionen Euro gegenüber. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Drei schwarze Schafe

Der Verlust der Bundesligisten in der vergangenen Saison von 78 Millionen Euro wird vor allem durch drei Vereine verursacht.

Die drei Klubs, deren Namen die DFL-Spitze nicht nennen wollte, haben 93 Prozent des Werts zu verantworten.

Allerdings haben auch nur sieben von 18 Bundesligisten, die insgesamt 750 Millionen Euro für Spielergehälter ausgegeben haben, einen Gewinn verbucht.

"Nicht der richtige Weg"

Für Seifert sind die Verluste ein Resultat des internationalen Wettbewerbs, dem sich die deutschen Klubs verstärkt gestellt hätten.

"Der jüngste Erfolg in der Fünfjahreswertung der UEFA kommt nicht von ungefähr. Den Erfolg durch Verluste zu erkaufen, kann aber nicht der richtige Weg sein. Für die Zukunft ist die Herausforderung eine Kostenkontrolle", sagte der Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung.

Für die laufende Saison rechnet er wieder mit einem Umsatz von über zwei Milliarden Euro.

Nur NFL hat mehr Zuschauer

Seifert konnte aber auch positive Zahlen präsentieren. So blieben die Zuschauerzahlen auf dem hohen Niveau der Vorjahre.

Insgesamt besuchten 12,8 Millionen Zuschauer die Spiele der Bundesliga, was einen Schnitt von 41.802 pro Spiel bedeutet.

"Das ist der höchste Zuschauerschnitt im Profifußball weltweit", sagte Seifert. Im Sport insgesamt belegt die Eliteklasse den zweiten Platz hinter der NFL (67.509 im Schnitt).

Anstieg bei Steuern und Einnahmen

Zudem unterstrich die DFL-Spitze den Wert des Profifußballs für den Wirtschaftsstandort Deutschland. In der vergangenen Saison stieg die Zahl der Arbeitsplätze um 9,5 Prozent auf 40.468.

Erstmals zahlten die Klubs über 700 Millionen Euro Steuern und Abgaben.

"Von einer funktionierenden Liga profitieren viele", sagte Seifert, der sich zudem über eine Steigerung der Einnahmen in allen wichtigen Bereichen (Werbung, TV-Gelder, Zuschauer) auf insgesamt 1,5 Milliarden freuen konnte.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel