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Mattias Sammer ist seit April 2006 Sportdirektor beim DFB © getty

Matthias Sammer wehrt sich im Audi Star Talk gegen die anhaltende Kritik und dementiert ein gestörtes Verhältnis zu Joachim Löw.

Dresden/München - Matthias Sammer muss derzeit ein dickes Fell beweisen.

Der DFB-Sportdirektor sah sich zuletzt nach den gescheiterten Verhandlungen mit dem Hamburger SV reichlich Kritik ausgesetzt.

"Der Mann, der nicht weiß, was er will", titelte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Im Audi Star Talk (heute ab 22 Uhr im TV auf SPORT1) setzt sich Sammer gegen seine Kritiker zur Wehr und spricht von einer verbesserten Zusammenarbeit mit Bundestrainer Joachim Löw.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

Außerdem ist er von den Leistungen seines Ex-Vereins Borussia Dortmund begeistert und bricht eine Lanze für Bayern-Coach Louis van Gaal.

SPORT1 fasst die besten Aussagen zusammen:

Matthias Sammer über...

Bayern-Trainer Louis van Gaal:

"Ich finde Louis van Gaal macht das alles phantastisch. Seine Mannschaft hat eine sportliche Entwicklung genommen - da denkst du nur: ja wunderbar!

In Bremen, unter diesen Voraussetzungen noch ein Spiel zu drehen, nötigt mir den allergrößten Respekt ab.

Louis van Gaal ist ein absoluter Fußball-Fachmann. Er tut nicht nur Bayern München gut, sondern auch dem deutschen Fußball.

Sein Anteil an dieser WM 2010 ist unumstritten, er hat auch junge Spieler wie Badstuber oder Müller integriert. Dafür sollten wir alle sehr dankbar sein. Vor allen Dingen in einer etwas kritischeren Phase."

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Meisterschafts-Aspirant Borussia Dortmund:

"Die Art und Weise, wie diese Mannschaft auftritt, spielt und auch Ergebnisse erzielt - das haben wir damals (1995 und 1996, Anm.d.Red.) überhaupt nicht geschafft. Wir haben zwischendurch schön rumgeeiert!

Aber diese Mannschaft spielt mit einer unglaublichen Konstanz. Natürlich kann sie sich jetzt komplett auf die Meisterschaft konzentrieren.

Die Art und Weise, auch die Typen innerhalb der Mannschaft, wie jetzt Götze oder Barrios, die Mischung innerhalb des Teams, mit diesem Trainer - das ist einfach das Nonplusultra!"

fehlende Typen:

"Wenn man alle Spieler und Mannschaften analysiert, die zuletzt extrem erfolgreich waren ? sie hatten immer Leadertypen im Team, klare Strukturen, eine gute Mischung zwischen Führungs- und Teamspielern und Individualisten.

Deshalb glaube ich, dass wir dahin zurückkehren werden. Wir haben auch Typen, die nachkommen. Da gibt es zwei: Die Benders! Die hat noch keiner so richtig auf der Rechnung.

Wunderbare Typen - und dementsprechend wird sich das bald von alleine ändern. Es scheppert bald wieder!"

sein Verhältnis zu Bundestrainer Joachim Löw:

"In den Gesprächen, die ich mit Joachim Löw geführt habe, ging es nicht ein einziges Mal um eine personelle Konstellation (Rainer Adrion, Anm. d. Red.). Sondern wie wir uns inhaltlich besser aufstellen können.

Gerade in den letzten Wochen ist der Austausch sehr, sehr eng. Sehr, sehr konstruktiv. Und er ist auch von konkreten Konstellationen geprägt. Das ist sehr gut. Und ich denke, dass dies auch unsere Aufgabe sein muss."

die gescheiterten Verhandlungen mit dem HSV:

"Wenn man meint, Situationen, die nicht zu Ende gesprochen worden sind, in aller Öffentlichkeit auszutragen - dann kann so etwas nie funktionieren!

Nichtsdestotrotz: zu diesem Zeitpunkt war noch überhaupt nicht klar, ob so etwas überhaupt funktionieren kann. Das wussten aber alle Beteiligten!

die Diskussion um Julian Draxlers abgebrochene Schulausbildung:

"Wir sind im Jahre 2011 - wir müssen uns einfach bemühen, Rahmenbedingungen zu schaffen, dass es eine eventuelle Frage 'Schule ? oder nicht Schule' überhaupt nicht geben kann.

Ich habe das in der DDR kennengelernt, im 10. Schuljahr Einzelunterricht bekommen. Jetzt haben wir 2011 und müssen in den Zeitungen lesen, dass die jungen Spieler die Schule nicht brauchen. Das halte ich für sehr problematisch.

"Den Schalkern wird jetzt Unrecht getan. Gerade die Schule auf Schalke ist eine sehr, sehr vorbildliche, die in der Kooperation mit dem DFB sehr gut zusammenarbeitet.

Vielleicht ist das noch nicht aller Tage Abend, weil es auch eine Signalwirkung hat.

Wenn man dann meint, einfach die Schule hinzuwerfen, ist das einfach kein gutes Bild. Wir sollten da der Vorbildwirkung ein bisschen gerecht werden."

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