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Michael Skibbe trainierte Leverkusen von Oktober 2005 bis Mai 2008 © getty

Der ehemalige Assistent von Rudi Völler sollte wegen Fotos auf einem aus seinem Dienstwagen gestohlenen Handy 150.000 Euro berappen.

Von Martin van de Flierdt

München ? Wie mehrere Zeitungen übereinstimmend berichten, ist Michael Skibbe während seiner Zeit als Trainer von Bayer Leverkusen offenbar erpresst worden.

Eine Polizistin aus Velbert und ihr 26 Jahre alter Komplize müssen sich demnach vor dem Landgericht Düsseldorf verantworten, weil sie den derzeitigen Coach von Galatasaray Istanbul um 150.000 Euro erleichtern wollten.

Am 14. Dezember 2006 waren Skibbe während des Leverkusener UEFA-Cup-Spiels gegen Besiktas Istanbul aus seinem Dienstwagen Navigationsgerät, Handy und mehrere Eintrittskarten gestohlen worden.

Im September 2007 soll sich die Polizistin bei dem Trainer gemeldet und 150.000 Euro als Gegenleistung dafür gefordert haben, dass sie private Fotos auf eben jenem Handy nicht an die Presse weitergibt.

Der "Bild" zufolge sollen diese Bilder Skibbe mit seiner ehemaligen Lebensgefährtin zeigen. Wie die Beamtin an das Handy gekommen ist, ist noch nicht endgültig geklärt.

Als möglich gilt, dass ihr Komplize selbst für den Raub verantwortlich ist oder das Telefon von den Dieben erworben hat.

Skibbe schaltet die Polizei ein

Skibbe ging zum Schein auf die Forderung ein, informierte aber die Polizei. Der Coach erschien am Tag der Übergabe mit dem Geld in Düsseldorf und deponierte es in einem Paket. Doch das wurde nicht abgeholt.

Die Erpresser sollen die Flucht ergriffen haben, als sie von der Polizeipräsenz Wind bekommen hatten. Weit kamen sie nicht.

Festnahme folgt zügig

Noch am gleichen Tag wurde das Duo festgenommen. Ihm droht eine bis zu fünfjährige Gefängnisstrafe. Der 26-Jährige hat inzwischen bereits zwei Monate Untersuchungshaft hinter sich.

Skibbe lebt, wenn er nicht in Istanbul weilt, mit seiner neuen Lebensgefährtin Lydia in Düsseldorf. Das Paar hat eine wenige Monate alte Tochter namens Lara-Yael.

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