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Der Wolfsburger Maximilian Arnold (M.) feiert einen Treffer im Halbfinale gegen Leverkusen © getty

Thomas Tuchel hat sie genutzt: Die Bühne der A-Junioren-Bundesliga. Nun kommt die nächste Generation. Im Finale trifft Wolfsburg auf Lautern.

Von Christian Akber-Sade

München - Eine Entscheidung in der Saison 2010/2011 steht noch aus: Gesucht wird der Meister der A-Junioren-Bundesliga.

Knapp ein Jahr ist es her, da feierten die A-Junioren von Hansa Rostock die Deutsche Meisterschaft. Mit 1:0 siegte der Koggen-Nachwuchs Ende Juni 2010 in Leverkusen. Am Sonntag (11 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) wird nun Hansas Nachfolger gesucht.

Im Wolfsburger Stadion am Elsterweg haben die "Jungwölfe" Heimrecht gegen die A-Jugend des 1.FC Kaiserslautern. Es treffen die Meister der Staffeln Nord/Nordost und Süd/Südwest aufeinander.

Wolfsburg - ein undankbarer Gegner

"Wir würden die ganze Region stolz machen", weiß FCK-Trainer Gunther Metz um die Bedeutung des Spiels. Metz, mit 278 Bundesligapartien Rekordspieler des Karlsruher SC, hat selbst in seiner Laufbahn noch keinen Titel gewonnen. Nicht nur für seine Mannschaft ist dieses Finale daher ein Karrierehöhepunkt.

Doch das Duell mit dem VfL Wolfsburg ist ein undankbares. Die Norddeutschen gehen als Favorit in die Partie. Im Halbfinale dominierten die "Wölfe" den dreimaligen A-Junioren-Meister Bayer Leverkusen und stehen nach dem 2:0 im Hinspiel und dem 5:2-Rückspielerfolg verdient im Endspiel.

Der FCK hatte auf dem Weg dorthin erheblich mehr Probleme. Mit einer 0:1-Heimspielpleite fuhren die Lauterer zum Rückspiel nach München, durften dann aber nach einem 2:0 über die A-Junioren des TSV 1860 ebenfalls über den Finaleinzug jubeln.

"Ein Spiel auf Augenhöhe"

Und auch die Saisonstatistik spricht für Wolfsburg. Die Niedersachsen stellen mit einem Torverhältnis von 74:27 die beste Defensive und die zweitstärkste Offensive ihrer Staffel. Auf eigenem Platz hat die Mannschaft von Trainer Stephan Schmidt im bisherigen Saisonverlauf noch keinen einzigen Punkt abgegeben.

"In diesem Endspiel gibt es keinen Favoriten", will sich der 34jährige aber nicht in diese Rolle drängen lassen, "Es wird ein Spiel auf Augenhöhe und höchstem Leistungsniveau."

Sein Gegenüber Gunther Metz zeigt sich indes beeindruckt von der Leistung des VfL. "Ich habe großes Vertrauen in meine Jungs. Die vielen Jungnationalspieler machen Wolfsburg allerdings zu einer Mannschaft, die fast keine Schwächen hat", sagt der frühere Mittelfeldspieler vor allem mit Blick auf die Offensive des Gegners.

Dort machten in der abgelaufenen Saison insbesondere Kevin Scheidhauer und Akaki Gogia auf sich aufmerksam.

Beide haben in der laufenden Spielzeit zusammen 33 Treffer erzielt.

Gogia spielte sich durch seine konstant gute Leistungen im Mittelfeld in die Notizbücher der Scouts des FC Augsburg. Der Aufsteiger hat den in Georgien geborenen Allrounder ausgeliehen (316092DIASHOW: Die Wechselbörse).

Bisher kein Titel für den VfL

Doch die "Roten Teufel" wollen sich von all dem nicht verunsichern lassen und den ersten A-Junioren-Titel seit 1992 in die Pfalz holen. In dieser Statistik sind sie dem VfL Wolfsburg voraus: Die "jungen Wölfe" haben bisher noch nie die Meisterschaft feiern können.

"Meine Jungs sind bis in die Haarspitzen motiviert", lässt Gunther Metz erst keinen Zweifel an der Einstellung seiner Mannschaft aufkommen. Doch dies versteht sich von selbst. Denn ein Finale um die A-Junioren-Meisterschaft ist schon längst keine unbedeutende Veranstaltung mehr.

Der Stellenwert der Endrunde in der Öffentlichkeit ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Belegt wird das durch die Zuschauerzahlen.

Das Halbfinalrückspiel zwischen dem 1860 München und Kaiserslautern musste zehn Minuten später angepfiffen werden. 5.600 Zuschauer wollten die Partie im Stadion an der Grünwalder Straße sehen. Eine beachtliche Zahl für ein Duell auf Jugendebene.

Sprungsbrett A-Junioren-Bundesliga

Wie Akaki Gogia schaffen zahlreiche junge Akteure dank hervorragender Nachwuchsarbeit in den Vereinen mittlerweile früh den Sprung auf die große Fußballbühne. Aber nicht nur für Spieler, auch für Trainer scheint die A-Junioren-Bundesliga sich zu einem Sprungbrett zu entwickeln.

Bestes Beispiel ist Thomas Tuchel. Der 37jährige holte 2009 mit der Mainzer Jugend den Titel und wurde letztlich mit der Beförderung zum Chefcoach der Profis belohnt. In der nächsten Saison spielt Tuchel mit den Mainzern sogar in der Europa League.

Ein Ziel, das bestimmt auch der durch seinen Kampfgeist bekannt gewordene Gunther Metz im Hinterkopf hat. Doch im Moment zählt für ihn nur eines: Der Titel in der A-Junioren-Bundesliga.

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