SPORT1-Redakteur Daniel Rathjen wundert sich am Rande des Bayern-Trainingslagers über Maskottchen und Stadionsprecher.

Ich treffe auf Bayerns Nummer 12, als sich Stadionsprecher Stephan Lehmann gerade an dessen Hose zu schaffen macht. Direkt am Gardasee. Der Ort ist dafür nicht gemacht - das sehen alle, die darum herumstehen.

Berni der Bär, das Maskottchen des deutschen Rekordmeisters, lässt es still über sich ergehen. Auch er ist mitgereist nach Riva ins Trainingslager.

Was bleibt ihm auch anderes übrig? Sprechen kann oder soll er nicht. Seine einzigen Wege, sich mitzuteilen, sind Winken oder den Daumen in die Luft strecken, als Zeichen, dass alles gut ist. Beides macht er in diesem Moment nicht.

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Und dieser Moment scheint sich ewig hinzuziehen. Der kleine Philipp-Jörgen, wie er von seinem Vater gerufen wird und auf dessen Arm er sitzt, wendet den Blick nicht ab. Er will Berni wieder winken sehen oder dass er den Daumen in die Luft streckt - wie vorher. Doch Berni schaut nach unten, wo sich Lehmanns Kopf befindet.

Was Lehmann da macht, wird nicht deutlich. Offenbar scheint Bernis rotes Trikot nicht richtig zu sitzen. Er zupft und zerrt und ruckelt an der Hose. Berni bleibt nach außen hin emotionslos.

Bei den Zuschauern, die zum Event "Meet bear Berni on the beach" gekommen sind, ist eine Mischung aus Irritation und Faszination durch die Gesichter. Dieser Moment ist eindeutig zu lange.

Da! Endlich scheint es geschafft. Fremdscham verfliegt, es kann wieder gewunken oder der Daumen in die Luft gestreckt werden, was sofort gemacht wird.

Als Berni danach auf ein Boot geholt wird und damit aus dem Blickfeld aller schippert, wirkt er irgendwie erleichtert.

"Berni ist ein Junge...", höre ich den kleinen Philipp-Jörgen noch vor sich hin sagen, bevor wieder jeder seiner Wege geht - hier in Riva del Garda am Gardasee.

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