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Philipp Lahm wurde 2006 und 2010 mit dem DFB-Team WM-Dritter © getty

Der Bayern-Spieler behält sein Amt beim DFB. Zuvor entschuldigt Lahm sich bei allen kritisierten Trainern.

München - Philipp Lahm bleibt trotz der massiven Kritik an seinem Buch "Der feine Unterschied" Kapitän der deutschen Nationalmannschaft.

Das erklärte DFB-Teammanager Oliver Bierhoff am Donnerstag.

Gleichzeitig kritisierten Bierhoff und Bundestrainer Joachim Löw die Aussagen in Lahms Buch.

Sie werden den 27 Jahre alten Außenverteidiger von Bayern München deshalb beim Treffpunkt der Nationalmannschaft in der kommenden Woche vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen Österreich am 2. September zum Rapport bestellen.

"Einige Passagen gefallen mir nicht"

"Es gibt einige Passagen in dem Buch, die mir nicht gefallen, weil hier ein junger Spieler einige Trainer, die lange und erfolgreich gearbeitet haben, öffentlich kritisiert. Auch darüber werden wir in der kommenden Woche sprechen", sagte Löw.

Bierhoff ergänzte: "Wir wollen zwar mündige Spieler, die auch mal klar ihre Meinung sagen. Im konkreten Fall ist Philipp allerdings an Grenzen gestoßen. Es war aber nach Bewertung des gesamten Buches für uns zu keinem Zeitpunkt ein Thema, Philipp als Kapitän abzusetzen, wie das schon von einigen spekuliert wurde."

Ärger über Kritik an Völler

Dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) stieß am Donnerstag insbesondere Lahms Kritik an Ex-Teamchef Rudi Völler bitter auf.

(BERICHT: Geldgierg und intrigant: Lahm unter Beschuss).

"Rudi hat uns nach der EM 2000 in einer extremen Notsituation geholfen und trotz vieler Probleme eine großartige Arbeit geleistet, davor muss man heute noch den Hut ziehen. Insofern sind Philipp Lahms Einlassungen völlig unangemessen und zurückzuweisen", sagte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach.

[kaltura id="0_61letxho" class="full_size" title="Die Liga reagiert auf Lahm"]

Klinsmann wird in Schutz genommen

Genauso beurteilt der DFB-Generalsekretär die Rolle von Jürgen Klinsmann:

"Jürgen hat 2004 unter widrigen Voraussetzungen eine Aufbruchstimmung erzeugt, die in der glänzenden WM 2006 endete. Als Nationalspieler und Weltmeister, aber auch in ihrem ganzen Auftreten für den deutschen Fußball, können die Verdienste von Rudi Völler und Jürgen Klinsmann nicht hoch genug bewertet werden. Das sollte auch Philipp wissen."

DFB-Präsident Theo Zwanziger, Generalsekretär Niersbach, Bundestrainer Löw und Nationalmannschafts-Manager Oliver haben sich nach eingehender Lektüre der detaillierten Inhalte des Buchs von Lahm darauf verständigt, dass es in der kommenden Woche vor dem Länderspiel in Düsseldorf ein Gespräch der sportlichen Leitung mit Kapitän Lahm und dem Spielerrat geben soll.

Mehr Sensibilität gefordert

Dabei soll unter anderem die Sensibilität im Umgang mit Interna aus dem Mannschaftskreis thematisiert werden.

"Unsere Nationalspieler müssen sich ihrer besonderen Verantwortung in der Öffentlichkeit bewusst sein. Dazu gehört auch der Respekt vor Persönlichkeiten des Fußballs, mit denen sie nicht immer einer Meinung waren oder sind", heißt es in der Erklärung des DFB.

"Die Aufgabe des DFB ist es allerdings auch, bei allen Aufgeregtheiten der heutigen Zeit die Dinge mit Augenmaß auf der Basis aller Fakten zu beurteilen. Philipp hat für mich den Fehler gemacht, dass er die durch die Vorab-Veröffentlichung seines Buches entstehende Eigendynamik und mögliche Interpretationen nicht richtig eingeschätzt hat."

Lahm sagt Sorry

Lahm selbst hatte sich kurz vor der Veröffentlichung der DFB-Mitteilung persönlich bei Völler und Co. entschuldigt.

"Ich wollte Rudi Völler, Jürgen Klinsmann und andere Personen selbstverständlich nicht persönlich treffen oder gar beleidigen. Das tut mir leid. Für Missverständnisse, die auf diese Weise entstanden sind, entschuldige ich mich hiermit bei allen Beteiligten", ließ Lahm in einer von seinem Berater Roman Grill versendeten Pressemitteilung verlauten.

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