In seiner Sport1.de-Kolumne schreibt DSF-Experte Udo Lattek über das späte Gegentor von Bayern München in Stuttgart.

Hallo Fußball-Freunde,

Bayern München hat in Stuttgart in letzter Minute zwei wichtige Punkte liegen lassen.

Torwart Michael Rensing war daran nicht unschuldig. Wenn Rensing aus dem Tor rauskommt, muss er den Ball auch haben. So macht Sami Khedira den Ausgleich.

Mit Oliver Kahn im Tor wäre nichts passiert. Wenn er rausgekommen wäre, hätte er den Ball auch gehabt. Vor allem hätten die gegnerischen Stürmer Angst vor Kahn gehabt.

Rensing hat noch nicht den Mut, entschlossen heraus zu kommen. Wenn er raus läuft ist das halbherzig und kein Vergleich zu ehemaligen Torhütern wie Maier oder eben auch Kahn, wo auch mal die Fetzen geflogen sind.

Die Fetzen geflogen sind bei der Roten Karte von Massimo Oddo. Er erwischt Christian Träsch voll, aber das ist trotzdem eine schwer zu beurteilende Situation. Der Italiener hat nicht bewusst Foul gespielt. Er ist zum Ball gegangen und hat den Gegner nicht gesehen.

Ich muss auch Träsch einen Vorwurf machen. Warum geht der in dieser Situation überhaupt noch hin? Er sieht, dass Oddo angeflogen kommt. Trotzdem geht er mit dem Schädel hin. Normalerweise gehört er dafür noch bestraft.

Den Bayern fehlte es ein wenig an Inspiration. Ich würde nicht soweit gehen und sagen, dass sie ohne Ribery nur die Hälfte wert sind. Aber natürlich ist der FC Bayern mit Ribery ein anderer als ohne ihn. Ribery macht den Unterschied.

Auch wenn er keinen guten Tag hat, bindet er zwei bis drei Leute und schafft mehr Freiräume für seine Kollegen. Man sollte ihn schön warm einpacken und alles tun, um rechtzeitig mit ihm zu verlängern.

Beim VfB muss dringend eine Lösung für das Trainerschein-Problem von Markus Babbel gefunden werden. Als der Kurzlehrgang für die Europameister von 1996 durchgeführt wurde, war Babbel noch aktiv. Und nun soll er nicht mehr von dieser Sonderregelung profitieren dürfen.

Ich plädiere dafür, dass man ihn erstmal weitermachen erstmal lässt, um dann in absehbarer Zeit eine Sonderlösung zu finden. So wie es auch bei Lothar Matthäus gehandhabt wurde.

Sonst würde man Babbel, der vor kurzem noch schwer krank war, seine Zukunft als Trainer verbauen.

In diesem Sinne, wir sehen uns nach der Winterpause,

Euer Udo Lattek

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