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Rainer Koch (r.) ist seit 2007 DFB-Vizepräsident für Rechts- und Satzungsfragen © getty

Dem DFB-Präsidium droht die Zerreißprobe. Präsident Theo Zwanziger ist erzürnt über ein Treffen von Vize Koch mit Ex-Schiri Amerell.

Frankfurt/Main - Dem Deutschen Fußball-Bund droht wegen der Affäre um den früheren Schiedsrichter-Obmann Manfred Amerell anscheinend eine Zerreißprobe auf Präsidiumsebene: DFB-Boss Theo Zwanziger ist genervt und hat seinen Vize-Präsidenten Rainer Koch zum Rapport bestellt.

Koch hatte sich zuletzt mit Amerell zu einem Gespräch getroffen, ohne Zwanziger in Kenntnis gesetzt zu haben.

Vize Koch trifft sich mit Amerell

"Es stimmt, dass ich mich mit Herrn Amerell getroffen habe. Ich werde in der nächsten Präsidiumssitzung meine Gründe nennen", sagte Koch der "Bild-Zeitung".

Worum es in dem Gespräch mit Amerell ging, wollte Koch jedoch nicht öffentlich sagen: "Aber es war im Sinne des DFB."

DFB-Präsident Zwanziger habe er nach dem Treffen über das Gespräch informiert.

Keine vorherige Absprache

Koch muss nun jedoch bereits vor der Präsidiumssitzung Stellung zu seinem verbandsintern nicht abgestimmten Treffen beziehen.

Amerell wird vom DFB vor allem wegen der Sex-Affäre mit dem ehemaligen FIFA-Referee Michael Kempter als "unerwünschte Person" geführt.

Zwanziger fühlt sich nun anscheinend von Koch hintergangen und will über die Hintergründe des Gesprächs informiert werden.

[kaltura id="0_onmhb0tb" class="full_size" title="Steuerhinterziehung bei DFB Schiedsrichtern "]

Amerell Dorn im Auge des DFB

Die seit fast zwei Jahren schwelende Affäre Amerell/Kempter ist auch Auslöser des jüngsten Schiedsrichterskandals beim DFB.

Prominente deutsche Schiedsrichter sollen massiv Steuern hinterzogen haben.

Amerell hat bereits zugegeben, dass er mit einer Anzeige die Steueraffäre ausgelöst hatte.

Die Staatsanwaltschaft München I hat Ermittlungen aufgenommen und am Montag vor einer Woche bereits zahlreiche Häuser und Wohnungen durchsucht.

Konten in Liechtenstein und der Schweiz

Unter anderem sollen sich deutsche Referees ihre internationalen Honorare von der FIFA auf Konten in Liechtenstein und der Schweiz überweisen lassen haben.

Die Einnahmen sollen anschließend nicht ordnungsgemäß versteuert worden sein.

Es soll sich nach Angaben von Steuerfahndern um sechsstellige Beträge handeln.

Einige Schiedsrichter geständig

"Wir warten ab, bis uns die Finanzämter ihre Entscheidungen übermitteln - wenn wir die bekommen. Es gibt ja so etwas wie ein Steuergeheimnis. Ich gehe aber davon aus, dass die Schiedsrichter selbst ein Interesse daran haben, uns über diese Angelegenheit zu informieren", sagte Zwanziger.

Einige Referees sollen ihre Steuervergehen bereits zugegeben haben.

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