Patsch, patsch, patsch!
Stolzer Besitzer großzügiger Ländereien zu sein, ist an sich eine schöne Sache.
Es bringt aber auch Verpflichtungen mit sich, zum Beispiel die, sich per Fachlektüre auf dem Laufenden zu halten, was in der Welt der Immobilien so vor sich geht.
Als Konsequenz daraus war ich ebenso aufgewühlt wie der Rest der Szene, als ich vor einiger Zeit die "Immobilien Zeitung" aufschlug.
Aufgeschreckt von der Überschrift "FMler wildern im Property-Management" begann ich mit zunehmender Verblüffung zu lesen:
"Die Schnittstellen, Kompetenzen und Zuständigkeiten sind noch lange nicht festgezurrt. Asset-, Property- und Facility-Management suchen ihren Platz. Jetzt reklamieren FMler ganz unverfroren Property-Management-Know-how."
Martin Soboll, Geschäftsführer des Beratungshauses Result, wusste Aufsehen erregendes aus dem Arbeitskreis Asset-Management zu berichten:
"Die eigentlichen Stärken des Facility-Managements, die professionelle integrierte Steuerung vielfältigster Services mit hoher Performancequalität, ist das, was dem Property-Management derzeit noch fehlt."
Das Geräusch, das in diesem Moment mein in den Morgenkaffee stürzendes Frühstückscroissant machte, stimmte überein mit dem Wort, durch welches der Autor die Heftigkeit dieser Feststellung auf den Punkt brachte:
"Patsch!", schrieb er: "Patsch! Das sitzt."
Es hat nicht nur gesessen, es hat nachgehallt: Unter den vielen schönen Worten, die in dem Artikel vorkamen, ist mir "Patsch!" als das schönste in Erinnerung geblieben.
Umso mehr hat es mich erfreut, dass es mir in dieser Woche im Sportteil wieder begegnet ist.
Und das auch noch in einem, das sonst regelmäßig dem "Rumms!" den Vorzug gibt, wenn die Kunst der Lautmalerei gefragt ist.
"Rumms!" wie in: "Rumms! Das Tischtuch scheint zerschnitten." Oder: "Rumms! Badstuber stichelt nach Reus-Wechsel zum BVB!"
Das charakteristische "Rumms!", das man beim Sticheln und Zerschneiden von Tischtüchern hört, tönte denn auch schon wieder in meinem inneren Ohr, als ich las:
"Bayern watscht die Konkurrenz ab". Und dass "Rummenigge stichelt" und "Kroos lästert".
Denn galliges Gift und giftige Galle triefte aus den Sätzen der Bayern-Vertreter in Richtung der Konkurrenz aus Dortmund und Mönchengladbach.
Sätze wie: "Wir wollen zeigen, dass wir vorne wegmarschieren wollen."
Oder: "Angst brauchen wir nicht zu haben, weil wir die bessere Mannschaft haben."
Oder: "Wir sind Bayern, wir wollen unser Spiel spielen. Wir müssen nicht auf einzelne Spieler schauen."
Und schließlich: "Die eigentlichen Stärken des Facility-Managements, die professionelle integrierte Steuerung vielfältigster Services mit hoher Performancequalität, ist das, was dem Property-Management von Dortmund und Gladbach derzeit noch fehlt."
Heftig.
Einen besseren Anlass für ein donnerndes "Rumms!" hätte es nicht geben können.
Umso schöner, wie der Autor die Aussagen stattdessen unterlegt hat: mit einem poetisch-sanften "Patsch, patsch, patsch!"
Nicht nur einmal, nicht nur zweimal, sondern gleich dreimal: "Patsch, patsch, patsch! ... Patsch, patsch, patsch! ... Patsch, patsch, patsch!"
Das sitzt.
Zart berührt und inspiriert wende ich schließlich den Blick von dem Artikel ab und lasse ihn gedankenverloren über meine großzügigen Ländereien schweifen.
Versehentlich fällt mir dabei ein weiteres Frühstückscroissant mit einem leisen "Patsch!" in meinen Morgenkaffee.
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