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Horst Eckel gehört neben Ottmar Walter und Hans Schäfer zu den drei noch lebenden Weltmeistern von 54 © getty

Horst Eckel gehört zu den drei noch lebenden Weltmeistern von 1954. Der Held von Bern feierte am Mittwoch seinen 80. Geburtstag.

München - So einig waren sich DFB-Präsident Theo Zwanziger und sein designierter Nachfolger Wolfgang Niersbach selten.

Doch beim feierlichen Empfang zum 80. Geburtstag von Horst Eckel am Mittwoch auf dem Betzenberg in Kaiserslautern gab es keine zwei Meinungen: Der Weltmeister von 1954 ist eine lebende Fußball-Legende.

Zwanziger und Niersbach gehörten zu den ersten Gratulanten im Fritz-Walter-Stadion, und auch Eckels Sitznachbar Kurt Beck verneigte sich vor dem "Windhund".

"Horst Eckel ist ein großes, nicht nur sportliches Vorbild. Sein Name steht für tollen Fußball, für Werte wie Teamgeist, persönliche Bescheidenheit und Heimatliebe", sagte der rheinländ-pfälzische Ministerpräsident.

Beck erinnerte in seiner Rede daran, dass Horst Eckel neben Fritz Walter der einzige Spieler war, der bei der WM in der Schweiz alle sechs Begegnungen komplett durchspielte.

Wichtige Rolle 1954

"Obwohl er mit seinen 22 Jahren damals der jüngste Spieler war, hatte er großen Anteil am 'Wunder von Bern'. Mit seiner sportlichen Leistung hat er die Menschen in den schweren Nachkriegsjahren ermutigt und Deutschland wieder zu internationalem Ansehen verholfen", sagte Beck, der bei den Heimspielen des 1. FC Kaiserslautern immer direkt neben Eckel mitfiebert. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Beck lobte zudem das soziale Engagement von Eckel: "Seine ganz besondere Unterstützung gilt der Sepp-Herberger-Stiftung und der Deutschen Sporthilfe. Sozial schwächer Gestellte, Menschen mit Behinderungen und Jugendlichen gilt seine Anteilnahme und Förderung."

So viel Lob war dem bescheidenen Eckel am Mittwoch fast peinlich.

Ohnehin hatte der Stress in den Wochen vor dem runden Geburtstag fast den Frieden im Hause Eckel gefährdet. "Meine Frau hat wegen der vielen Termine schon mit mir geschimpft", sagte Horst Eckel.

Eckel fiebert immer noch mit dem FCK

Kaum hatte der Jubilar den Betzenberg betreten, war Eckel schon wieder ganz in Gedanken beim FCK.

Die Heimspiele lässt sich Eckel, der zwischen 1949 und 1960 in 213 Partien 64 Tore für die "Roten Teufel" erzielte, auch mit 80 nicht entgehen.

"Wenn ich zu Hause bin, komme ich immer auf den Betzenberg. Das ist doch selbstverständlich. Ich fiebere immer mit. Das ist doch klar", sagte der gebürtige Vogelbacher, der 1951 und 1953 mit den Pfälzern deutscher Meister wurde:

"Das ist mein Verein. Ich bin hier groß geworden und durch den 1. FC Kaiserslautern groß geworden. Da steckt mein Herzblut drin. Das ist so und wird immer so bleiben."

Mit 80 Jahren noch topfit

Auch eine Knie-Operation, die Eckel vor wenigen Wochen über sich ergehen lassen musste, hält den 32-maligen Nationalspieler nicht vom Besuch der Heimspiele ab. Entsprechend gut ist Eckel, der trotz des Eingriffs körperlich fit wirkt, über die Lage des abstiegsbedrohten Bundesligisten informiert.

"Wir haben zuviele Unentschieden. Mit vielen Unentschieden sind wir schon einmal abgestiegen, das macht mir ein bisschen Angst", sagte die FCK-Ikone, die 2004 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde:

"Ich hoffe, dass sich die Mannschaft findet und wir in der Bundesliga bleiben - das ist das, was wir wollen."

Eckel weltweit bekannt

Ein sportliches Wunder wäre der Klassenerhalt der Pfälzer allerdings nicht, ganz im Gegenteil zum WM-Triumph von 1954.

Das Wunder von Bern lässt den gelernten Werkzeugmacher und späteren Realschullehrer für Sport und Werken auch knapp 60 Jahre danach immer noch nicht los.

"Ich kann hinkommen, wo ich will - in ganz Deutschland oder sogar im Ausland - ich werde immer wieder darauf angesprochen. Und da bin ich auch ein bisschen stolz drauf", erklärte der frühere Außenläufer mit dem Spitzennamen "Windhund".

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