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Der "Kaiser" überreicht Inter-Kapitän Javier Zanetti den Franz Beckenbauer Cup © getty

Kurz vor dem Bundesliga-Auftakt gegen den HSV spricht Franz Beckenbauer über seine Erwartungen an Klinsmann und den FC Bayern.

Von Conny Konzack

München - Am Freitagabend startet der FC Bayern mit dem Spiel gegen Hamburger SV in die neue Saison. Mit einem Sieg wollen die Münchner den Grundstein für die Titelverteidigung legen.

Doch der Rekordmeister hat sich nicht nur die Meisterschaft und den erneuten Gewinn des DFB-Pokals als Ziel gesetzt. Auch in der Champions League will der viermalige Gewinner des Landesmeister-Pokals nach der Zwangs-Abstinenz der vergangenen Spielzeit an erfolgreiche Zeiten anküpfen.

"Wir wollen wir wieder angreifen und über das Viertelfinale hinauskommen", kündigt Franz Beckenbauer an. Im Sport1-Interview spricht Beckenbauer über die Arbeit des neuen Trainers Jürgen Klinsmann, die Champions League, Führungsspieler und die WM 2010.

Sport1: Herr Beckenbauer, wie sind ihre Erwartungen unter dem neuen Trainer Jürgen Klinsmann?

Franz Beckenbauer: Ich drücke alle Daumen, schließlich sitzen wir alle in einem Boot. Jürgen Klinsmann hat seine Vorstellungen durchgesetzt, jetzt aber müssen auch die Ergebnisse stimmen. Aber mit dem Klinsmann-Konzept sind wir auf dem richtigen Weg, davon bin ich überzeugt. Mir gefällt sein Ziel, jeden besser machen zu wollen.

Sport1: Hat er sich die Latte vielleicht etwas hochgelegt? Die Meisterschaft wird schon fast vorausgesetzt...

Beckenbauer: Er hat schon gewaltigen Wirbel verbreitet, als er noch gar nicht da war, das stimmt. Aber natürlich sind auch die Erwartungen groß. Ottmar Hitzfeld hat in der vergangenen Saison die Meisterschaft gewonnen und den Pokal-Sieg geholt. Das wird auch von Jürgen Klinsmann erwartet, wobei es im Pokal manchmal auch schnell vorbei sein kann.

Sport1: Und was ist mit der Champions League?

Beckenbauer: Auch in der Champions League wollen wir wieder angreifen und über das Viertelfinale hinauskommen. Wir können mit allen Teams mithalten. Entscheidend wird aber dann in der K.o.-Phase die Tagesform sein, da kann man heute noch keine Prognosen machen.

Sport1: Wie groß ist Ihr Einfluss beim FC Bayern noch?

Beckenbauer: Ich bin nach wie vor Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender. Das Tagesgeschäft leiten aber seit Jahren Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß und Karl Hopfer. Bislang konnte sich der Aufsichtsrat beruhigt zurücklehnen, weil die drei ihre Aufgabe prima meistern.

Sport1: Mit dem Abschied von Oliver Kahn ist ein echter Typ und Leader aus dem Bayern-Kader verschwunden. Kann man ihn ersetzen?

Beckenbauer: Einen Mann wie Oliver Kahn, der 20 Jahre auf Weltklasse-Niveau gespielt hat, wird man natürlich vermissen. Dennoch haben wir gestandene Spieler im Team wie etwa Mark van Bommel und im Tor mit Michael Rensing ein großartiges Talent, der nun sein Können unter Beweis stellen kann.

Sport1: Abschließend zu Ihrem Job in der FIFA: Wie realistisch ist angesichts der Probleme die Austragung der WM 2010 in Südafrika?

Beckenbauer: Wir von der FIFA-Exekutive tun alles, um die WM in Südafrika stattfinden zu lassen. Es ist halt Afrika, da laufen einige Dinge etwas anders ab als in Europa. Sicherlich gibt es noch viel Arbeit und an einigen Stellen muss man ein Auge zudrücken. Letztlich bin ich aber fest davon überzeugt, dass die WM 2010 in Südafrika stattfinden wird.

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