Dynamo-Legende Kreische: Hohe Ziele mit Leipzig
Dresden - Zumindest an seinem Ehrentag gönnt sich Hans-Jürgen Kreische mal eine Pause.
"Wir hatten zum 60. Geburtstag beinahe 100 Gästen. Jetzt soll es etwas ruhiger werden. Trotzdem ist natürlich jeder gern gesehen, der sich an mich erinnert. Ich lasse mich überraschen", sagte der 50-malige Fußball-Auswahlspieler der DDR, der am Donnerstag seinen 65. Geburtstag feiert.
Regelmäßig Sport, dazu deutschlandweite Reisen in seiner Funktion als Chefscout des ambitionierten Regionalligisten RB Leipzig:
An die wohlverdiente Altersruhe möchte die immer noch umtriebige Fußball-Ikone momentan ganz klar nicht denken.
Fünfmal DDR-Meister
"Das hat noch lange Zeit. Ich fühle mich noch fit. In der Ecke sitzen und warten, das ist einfach nicht meine Art", äußerte Kreische, der mit seiner Frau in seiner Geburtsstadt Dresden lebt:
"Entweder bin ich mit meiner Frau mit dem Fahrrad in der Dresdner Heide unterwegs oder im Fitnessstudio. Langweilig wird mir nie."
Fünfmal DDR-Meister mit Dynamo Dresden, viermal Oberliga-Torschützenkönig, dazu die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 1972 in München.
Langjähriger Dynamo-Kapitän
Die Erfolge des langjähriger Dynamo-Kapitän wirken bis heute nach, noch immer gilt er als einer der spielstärksten Fußballer der DDR-Oberliga.
Auch am legendären 1:0 der DDR gegen die Bundesrepublik bei der WM 1974 in Hamburg hatte er maßgeblichen Anteil.
"Als Spieler habe ich viel mitgemacht, da könnte man stundenlang erzählen", sagte Kreische, der Olympia 1972 und die WM 1974 neben den Europacupspielen mit Dynamo als "größte Erlebnisse" seiner Spielerkarriere bezeichnet.
Von Beiersdorfer zu Leipzig gelockt
"Als Scout sind die schönen Momente jene, in denen man merkt, dass ein Spieler einschlägt und man weiß, dass man einen Anteil an seiner Verpflichtung hatte", äußerte Kreische, der in seiner Funktion als Chefscout bei RB Leipzig seit zwei Jahren deutschlandweit unterwegs ist.
"Für uns sind besonders die Talente der zweiten Mannschaften von Bundesligisten interessant", sagt er:
"Wir haben auch ein großes Nachwuchszentrum, welches noch entsteht. Da gibt es auch immer etwas zu tun. Im Nachwuchs müssen die Besten arbeiten, müssen wir die Talente der Region binden", sagte Kreische, der nach sieben Jahren internationaler Scoutingtätigkeit beim Hamburger SV 2010 von Dietmar Beiersdorfer zu RB Leipzig gelockt wurde.
Hamburg als zweite Heimat
An die Zeit im hohen Norden erinnert sich Kreische gern:
"Hamburg ist zu meiner zweiten Heimat geworden. Ich habe mich dort sehr wohlgefühlt." Für das Projekt RB Leipzig schaut Kreische optimistisch in die Zukunft.
"Die Leipziger nehmen den Verein immer mehr an. Das ist wunderbar", erklärte er.