DSF-Experte Udo Lattek schreibt in seiner Sport1.de-Kolumne über die Arbeit von Jürgen Klopp und den Wechsel von Podolski.

Hallo Fußball-Freunde,

Jürgen Klopp hat bisher beim BVB alles richtig gemacht. Er hat es durch seine freundliche, lockere Art geschafft, das Dortmunder Publikum auf seine Seite zu bringen.

Er hat der Mannschaft beigebracht, dass sie richtig malocht. Ich hoffe, dass es so bleibt, denn ich weiß - nicht nur in Dortmund - wie schnell es wieder nach unten geht.

Je schneller man hoch kommt, desto schneller kann es auch wieder bergab gehen.

Ich habe auch weitgehend von der Motivation gelebt. Eine Mannschaft fit zu machen und taktisch einzustellen, das kann jeder. Das lernt man an der Sporthochschule und dafür hat man seine Assistenten.

Diese zwischenmenschlichen Dinge jedoch, zu erkennen wie man einen Spieler motiviert - sei es ihn fertig zu machen oder ihn zu loben - ich glaube da haben Klopp und ich eine gewisse Ähnlichkeit. Hier sind gewisse Parallelen vorhanden."

Anders als in Dortmund sieht es in Bremen aus. Dort stimmt es in der Mannschaft nicht. Es gibt dort keine Hierarchie mehr. Ich habe das Gefühl, dass die alten Platzhirsche nicht mehr ihre Leistung bringen und daher nicht mehr so akzeptiert werden.

Hinzu kommen diese Ausraster von Diego, die sich summieren. Es kann nicht sein, dass man das mehr oder weniger durchgehen lässt. (Diego steht unter Beobachtung)

Mit Sicherheit ist es ein schmaler Grat, einen Spieler wie Diego zu bestrafen und ihn gleichzeitig bei Laune zu halten. Doch man muss irgendwo eine Schnittlinie finden und sagen bis hier hin und dann ist es aus und vorbei.

Ansonsten zieht sich das wie eine ansteckende Krankheit durch die Mannschaft, die man nicht mehr in den Griff bekommt. Jeder nimmt sich dann Freiheiten heraus.

So, wie es auch bei Schalke abläuft. Wenn Spieler wie Jones und Asamoah Kritik haben, sollen sie zum Vorstand oder zum Trainer gehen und sich mit denen auseinander setzen.

Sind die denn solche Überflieger, dass sie es sich erlauben können, ihre Mitspieler zu kritisieren? Bei Schalke stehen die Dinge schon in der Zeitung, bevor sie passieren. Jermaine Jones hat jetzt nur noch Feinde in der Mannschaft. Die sagen: "Was will der denn überhaupt?"

Zum Schluss noch etwas Positives: Ich finde den Schritt von Lukas Podolski, zurück nach Köln zu wechseln, in Ordnung. Der HSV wäre nur der halbe Weg gewesen.

Der größte Fehler wäre ein Wechsel ins Ausland gewesen. Dort wäre er überhaupt nicht zurecht gekommen. In Köln muss er jetzt zeigen, was er drauf hat, denn hier hat er alle Voraussetzungen.

Die einzige Gefahr besteht darin, dass die Mannschaft sagt, wenn er soviel Geld verdient, soll er das alleine machen.

Euer Udo Lattek

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