Hammer-Lose: Gladbach gegen Kiew, VfB gegen Kuranyi
München/Nyon - Unangenehme Aufgaben für die deutschen Klubs in den Playoff-Spielen von Champions League und Europa League:
Für Borussia Mönchengladbach wird der ukrainische Renommierklub Dynamo Kiew zum großen Stolperstein auf dem Weg in die Gruppenphase der Königsklasse. (ÜBERSICHT: Die Champions-League-Playoffs)
In der Europa League muss sich der VfB Stuttgart mit Dynamo Moskau, Klub von Ex-Nationalspieler Kevin Kuranyi, auseinandersetzen, während Hannover 96 auf den polnischen Vertreter Slask Breslau trifft. (DATENCENTER: Die Europa-League-Playoffs)
Bonhof ist "erschüttert"
In Gladbach waren die Verantwortlichen schockiert. "Ich bin erschüttert. Das wird eine Herausforderung für unsere Spieler. Aber wir nehmen diese Herausforderung an. Es wäre schön, wenn wir das i-Tüpfelchen setzen könnten und uns für die Gruppenphase qualifizieren könnten", sagte Borussias Vize-Präsident Rainer Bonhof.
Der 13-malige Meister aus dem EM-Gastgeberland wurde bei der Auslosung im schweizerischen Nyon als Playoff-Gegner des Bundesliga-Tabellenvierten der vergangenen Saison ausgelost.
Die Partien finden am 21. und 29. August statt. Für die Gruppenphase bereits qualifiziert sind Meister Borussia Dortmund, Vizemeister und Champions-League-Finalist Bayern München und Schalke 04 als Dritter der vergangenen Bundesliga-Saison.
Die Europa-League-Play-offs sind für den 23. August und 30. August terminiert. Der Bundesliga-Fünfte Bayer Leverkusen ist bereits automatisch für die Gruppenphase qualifiziert.
Königs tröstet sich mit Europa League
Borussen-Präsident Rolf Königs stöhnte angesichts des schweren Brockens Kiew. "Wir hatten uns Athen oder Kopenhagen als Gegner gewünscht. Wir werden aber damit fertig", sagte er:
"Das ist der schwerste Gegner, der im Topf war. Ich hoffe, dass wir ein gutes Ergebnis erzielen."
Königs tröstete sich aber auch damit, dass der Klub die Europa-League-Teilnahme auch im Falle eines Scheiterns gegen Kiew sicher hat.
Heynckes drückt Gladbach die Daumen
Der langjährige Borussia-Profi und -Trainer Jupp Heynckes drückt seinem Ex-Team die Daumen.
"Dynamo ist ein schwieriger Gegner. Aber die Gladbacher haben sich gut verstärkt und sind gut vorbereitet. Ich wünsche den Borussia-Fans, dass die Mannschaft die Gruppenphase erreicht", sagte der Bayern-Chefcoach.
Gute Erinnerungen an Kiew
Als großes Handicap könnte sich für die Borussia die fehlende Spielpraxis erweisen, denn das Hinspiel im Borussia-Park findet vor dem Bundesligastart (24. August) statt. Kiew ist dagegen schon in der Meisterschaft und liegt nach vier Siegen in den ersten vier Spielen auf Tabellenplatz zwei hinter Schachtjor Donezk.
Allerdings hat die Borussia im Europapokal der Landesmeister gute Erfahrungen mit Dynamo Kiew gemacht. Im Halbfinale 1976/1977 schalteten die "Fohlen" das Kiew-Starensemble um Oleg Blochin durch ein 2:0 im Rückspiel aus, nachdem das Hinspiel 0:1 verloren ging.
Im Endspiel scheiterte Gladbach dann allerdings am FC Liverpool (1:3).
Ex-Hertha-Profi Raffael bei Dynamo
Aufseiten von Kiew spielt im Brasilianer Raffael (27) ein Ex-Bundesliga-Profi. Der Südamerikaner stand zuletzt bei Bundesliga-Absteiger Hertha BSC unter Vertrag und war erst vor kurzem nach Kiew gewechselt.
Für seinen Stammklub Dynamo spielte zuletzt noch Ukraines Fußball-Superstar Andrej Schewtschenko. Der Torjäger beendete allerdings seine Karriere nach der EURO 2012 in seinem Heimatland und wechselt in die Politik.
Vorfreude beim VfB
Groß ist die Vorfreude in Stuttgart.
"Natürlich wollen wir wieder rein ins internationale Geschäft. Wir sind der VfB Stuttgart und haben eine Mannschaft, die hervorragenden Fußball gespielt hat. Wir müssen aber gierig sein. Wir haben totalen Bock drauf", äußerte Coach Bruno Labbadia, dessen Respekt aber groß ist:
"Das ist ein Hammer-Los, der schwerste Gegner in unserem Lostopf." Allerdings erwischte Dynamo einen Fehlstart in die russische Meisterschaft und belegt mit null Punkten und 0:7 Toren den letzten Tabellenplatz. Daraufhin erklärte Trainer Sergej Silkin seinen Rücktritt.
96 zuversichtlich
Zuversichtlich geht Hannover in die Duell gegen Breslau. "Unsere Mannschaft ist stark genug, gegen Slask Breslau den Einzug in die Gruppenphase zu schaffen. Einzig und allein darum geht es. Die vergangene Saison in der Europa League war von hervorragenden Leistungen und emotionalen Abenden geprägt - daran wollen wir anknüpfen", sagte Präsident Martin Kind.
Trainer Mirko Slomka ergänzte: "Die Aufgabe ist anspruchsvoll. Breslau stand als polnischer Meister vor dem Einzug in die Champions League, hatte aber gegen Helsingborg aus Schweden das Nachsehen."
• Die Champions-League-Auslosung im Überblick:
Borussia Mönchengladbach - Dynamo Kiew/Ukraine
FC Basel - CFR Cluj/Rumänien
Helsingborgs IF - Celtic Glasgow
BATE Borissow/Weißrussland - Hapoel Kiryat Shmona/Israel
AEL Limassol/Zypern - RSC Anderlecht
Dinamo Zagreb/Kroatien - NK Maribor/Slowenien
SC Braga/Portugal - Udinese Calcio/Italien
Spartak Moskau - Fenerbahce Istanbul/Türkei
FC Malaga/Spanien - Panathinaikos Athen
OSC Lille/Frankreich - FC Kopenhagen
(alle Partien am 21./22. August bzw. 28./29. August)
VfB trifft auf Kuranyi
Die Playoffs der Europa League finden am 23. August und 30. August statt. Der Bundesliga-Fünfte Bayer Leverkusen war bereits automatisch für die Gruppenphase qualifiziert.
Die Sieger der Play-off-duelle qualifizieren sich für die Gruppenphase, die am 20. September beginnt. Das Europa-League-Endspiel steigt am 15. Mai 2013 in Amsterdam.
Besonders pikant für die Stuttgarter mit der Partie gegen Dynamo Moskau: Ein Wiedersehen gibt es dabei mit Ex-Spieler Kevin Kuranyi.