Exklusiv: Jetzt spricht das Geld
Es war DAS Thema des Fußball-Sommers.
Lange und verbissen haben beide Seiten verhandelt, kurz vor Transferschluss hat es dann schließlich überraschend doch noch geklappt.
Im Tausch gegen den Fußballer Javi Martinez wechseln 40 Millionen Euro vom deutschen Rekordmeister FC Bayern zum baskischen Traditionsklub Athletic Bilbao in die Primera Division.
Noch bevor sie bei ihrem neuen Klub offiziell vorgestellt werden, hat SPORT1 die 40 Millionen Euro vor der Abreise nach Spanien zum exklusiven Interview getroffen.
SPORT1: 40 Millionen Euro, die wichtigste Frage zuerst: Haben Sie denn schon eine Baskenmütze?
40 Millionen Euro (lacht): Meine Freundin hat mir schon eine geschenkt, das war aber lange bevor ich jetzt nach Bilbao kam. Ich bin so gesehen also schon ausgerüstet.
SPORT1: Hand aufs Herz: Vermissen Sie die Bundesliga denn schon?
Euro: Eines vorab: Ich hatte viele schöne Jahre in München. Ich werde den FC Bayern, seine Fans und seine Festgeldabteilung sicherlich vermissen - und ich werde sie auch in meinem Herzen tragen. Ich fand aber, dass es an der Zeit war, mich weiterzuentwickeln, eine neue Herausforderung zu suchen - und auf die will ich mich jetzt voll und ganz konzentrieren.
SPORT1: Warum aber eigentlich Bilbao? Der FC Bayern stand im vergangenen Jahr im Finale der Champions League, Athletic spielt international eher die zweite Geige...
Euro: Einspruch. Zum einen gilt der Satz: Man muss manchmal einen Schritt zurückgehen, um nach vorn zu kommen. Zum anderen hat Bilbao mir ein super Konzept vorgelegt, dass mich voll und ganz überzeugt hat. Von allen Vereinen, die an mir interessiert waren, hat sich keiner so intensiv um mich bemüht, wie Bilbao es getan hat. Schauen Sie, wie Senor Urrutia um mich gekämpft hat...
SPORT1: ... Bilbaos Boss Josu Urrutia, der immer wieder betont hat, dass er unter allen Umständen nur Sie haben wollte...
Euro: Das ist natürlich ein riesiger Vertrauensbeweis, den ich über alles zu schätzen weiß - und den ich natürlich auch rechtfertigen will. Ich bin jedenfalls sehr stolz, jetzt ein Teil dieses Vereins zu sein und werde mein Bestes für ihn geben.
SPORT1: In den Medien war zuletzt, wenn es um Sie ging, eigentlich nur noch von der Javi-Martinez-Summe die Rede. Wie werden Sie mit dem Druck fertig, der damit einhergeht?
Euro: Es ist klar, dass sich eine große Erwartungshaltung daraus ergibt, das gehört in diesem Geschäft dazu. Ich nehme sie an und sehe sie als Ansporn.
SPORT1: Viele Experten sehen Ihren Wechsel kritisch, selbst Bayern-Präsident Uli Hoeneß moniert, dass Sie sich unter Wert verkaufen würden.
Euro: Ich bin keiner, der sich sehr zu Herzen nimmt, was in den Zeitungen steht oder was Experten sagen. Aber das, was ich mitbekomme, werde ich als Motivation nehmen, umso mehr zu arbeiten.
SPORT1: Zu der Erwartungshaltung gehört auch, dass Sie bei ihrem neuen Klub mittelfristig eine Führungsrolle übernehmen sollen. Fordern Sie die auch ein?
Euro: Ich wäre nicht gut beraten, hier irgendetwas einzufordern. Auch 40 Millionen Euro sind erst einmal eine ganz normale Geldsumme, daraus kann ich keine Ansprüche ableiten. Ich werde aber natürlich alles was ich kann tun, um meinem neuen Verein so schnell wie möglich weiterzuhelfen: Ich werde Gas geben, ich werde mich anbieten, ich werde gierig sein - alles andere wird sich ergeben.
SPORT1: Vielen Dank für das Gespräch.